25. November 2016

GESUNDHEIT

KOLUMNE der Apotheke Grieskirchen

Vitamin B


Mag.pharm Dr. Barbara Koller, Kontakt: 07248/62661, [email protected]

Wenn es um Vitaminmangel oder Ergänzungspräparate geht, fällt häufig der Begriff „Vitamin-B-Komplex”. Doch was steckt dahinter und warum ist gerade er für uns Menschen so wichtig?
Jedes Vitamin-Defizit kann verschiedenste Ursachen haben. Bei manchen Bevölkerungsgruppen ist der Bedarf einfach deutlich erhöht, andere verfügen über eine zu niedrige Resorption beziehungsweise Aufnahmefähigkeit. Dazu gehören vor allem Säuglinge, Schwangere, aber ebenso ältere Menschen sowie Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen. Zu guter Letzt hängt der Vitaminspiegel auch von unserem Leber- und Nierenstatus ab.
Wie sieht die Situation nun beim Vitamin-B-Komplex aus? Dieser spielt unter den wasserlöslichen Vitaminen eine gewichtige Rolle, weil er am gesamten Stoffwechsel beteiligt ist. Ein wichtiger und zugleich fragiler Bestandteil für unseren Organismus, denn Hitze, Tageslicht und Sauerstoff können bis zu 80 Prozent Verluste bewirken.

Gut für unsere Nerven
Von besonderer Wichtigkeit ist der Vitamin-B-Komplex deshalb, weil er maßgeblich am Aufbau und der Reizübertragung unseres Nervensystems beteiligt ist. Speziell die Vitamine B1, B3, B6 und B12 sind für Nervenstoffwechsel und Reizleitung durch sogenannte Neurotransmitter unverzichtbar. Diese direkte Verbindung zu Serotonin und Dopamin erklärt auch, warum ein Defizit an B-Vitaminen Verstimmungszustände und nervlich bedingte Beschwerden hervorrufen kann. Eine gezielte Gabe begünstigt die körpereigenen Reparaturmechanismen bei Nervenschädigungen und ist eine sinnvolle Unterstützung bei der Einnahme von Psychopharmaka.

Multi-Vitamin-B-Gaben
Sie empfehlen sich immer dann, wenn unterschiedliche, diffuse Beschwerden auftreten. Nervöse Leistungsschwäche, Konzentrationsmangel und Stress gehen zumeist mit einem Vitamin-B-Mangel einher. Weitere Gründe, die eine ergänzende Unterstützung nötig machen, sind die Einnahme bestimmter Medikamente mit negativen Auswirkungen auf den Vitamin-B-Haushalt („Pille”, Antidepressiva, Antiepileptika) oder langfristiger beziehungsweise übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum. Auch ein niedriger pH-Wert im Magen (unter anderem ausgelöst durch langfristige Einnahme von sogenannten PPI - fälschlich als „Magenschutz“ bezeichnet) beeinflusst z. B. die Vitamin-B12-Versorgung negativ. Und jede Störung kann hier schwerwiegende Folgen haben, denn unser Herz braucht die höchsten Mengen an Vitamin B1. Ein diesbezüglicher Mangel verstärkt die Gefahr von Herzinsuffizienz.
Kann von einem Mehrbedarf an verschiedenen B-Vitaminen ausgegangen werden, empfehlen sich Kombinationen, die gegebenenfalls zusätzlich mit leistungsfördernden Komponenten ergänzt werden sollten.