09. September 2016

TIERE

KOLUMNE von Dr. Peter Kollmann

Panleukopenie der Katze


Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, Telefon 07735/ 6943

Die Panleukopenie (PL) der Katze ist unter den Samptpfoten  weit verbreitet und wird auch als Katzenseuche, Katzentyphus, Katzenenteritis bezeichnet, die von einem  hochansteckenden , weltweit verbreiteten Virus verursacht wird. Besonders die Jungtiere aller Katzenarten,  auch Nerze, sind davon betroffen.  PL äußert sich  in einer Entzündung des Rachenraumes und des Magen-Darm-Kanals.  Sie ist zusammen mit dem Katzenschnupfen die schwerste Viruskrankheit bei ungeimpfte Katzen.
Vornehmlich werden Katzen bis zu einem Aller von zwei Jahren befallen. Die Ansteckung erfolgt in der Regel über den Verdauungs- und Atmungstrakt, kann aber auch indirekt über verseuchte Unterkünfte, Transportbehältnisse, Futter- und Tränkgefäße und den Menschen als Zwischenträger vor sich gehen. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 6, maximal 10 Tage. Die ersten Anzeichen äußern sich in Apathie, Temperaturerhöhung,  Appetitlosigkeit, Erbrechen und Aufsuchen von kühlen feuchten Plätzen. Der klinische Verlauf verschlechtert  sich sehr schnell. Obwohl die Tiere großen  Durst verspüren, nehmen sie keine Flüssigkeit auf. Das Abtasten des Bauches ist schmerzhaft  und kann zum Erbrechen führen. Wasser- und Elektrolythaushalt sind  erheblich gestört,  so dass Haut und Gewebe pergamentartig trocken und faltig werden, was letztlich zum völligen Kräfteverfall und Abmagerung des Tieres führt. Bei einem schnellen Verlauf endet die Krankheit innerhalb von 24 Stunden mit dem Tod. Überleben die Tiere die ersten 3 - 4 Tage, kann mit einer Heilung gerechnet  werden. Neben den typischen, schwer verlaufenden Formen werden auch leichte, atypische  Fälle beobachtet. Grundsätzlich sollte  eine gute Konstitution der Katze durch optimale Ernährung und Schutz vor Infektionen angestrebt werden. Deshalb sollte man Jungkatzen nicht zu früh vom Muttertier abgetzen, nach Möglichkeit erst mit 8 bis 10 Wochen.
Die Bekämpfung der PL erfolgt unter anderem durch gewissenhafte Desinfektionsmaßnahmen der verseuchten Umgebung und Verbrennen aller benutzten Gegenstände.  Notwendig wird mit Sicherheit eine Intensivbetreuung durch Tierarzt und Besitzer, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust des Patienten auszugleichen. Dazu ist leicht verdauliches und energiereiches Futter in kleinen Portionen über den Tag verteilt zu geben. Die vorbeugenden Maßnahmen bestehen in einer zwei-bis dreimaligen Schutzimpfung im Abstand von vier Wochen. Die erste Vakzination erfolgt mit acht Wochen. Vor der Impfung sollte eine Wurmkur durchgeführt werden. Bei Alttieren ist jährlich eine Wiederholungsimpfung vorzunehmen. Bei unmittelbarer Ansteckungsgefahr können Antiseren eingesetzt werden. Eine Impfung infizierter oder sichtlich kranker Katzen ist erfolglos.