TIERE
KOLUMNE von Dr. Peter Kollmann
Herzschwache Hunde

Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, Telefon 07735/ 6943
Hauptsächlich sind kleine Rassen, wie Pudel, Chihuahuas, Foxterrier und Dackel, von Herzproblemen betroffen. Durch eine degenerative Veränderung der Herzklappen und dem daraus folgenden unvollständigen Klappenschluss wird das Herz überlastet und nimmt Schaden. Große Hunderassen leiden weit seltener an Herzproblemen. Dennoch trifft man etwa bei Dobermann, Dogge, Deutscher Schäferhund, Labrador eine wahrscheinlich vererbte Schwächung des Herzmuskels häufiger an. Außer beim Cavalier King Charles, bei dem Herzprobleme bereits im ersten Lebensjahr auftreten können, treten bei kleinen Rassen Herzgeräusche, die in Zusammenhang mit einer Klappenveränderung stehen, meist nach dem fünften Lebensjahr auf. Große Rassen erkranken in der Regel zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr.
Symptome wie Husten, Atembeschwerden, Atemlosigkeit, Leistungsschwäche, Müdigkeit, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit können auf ein Herzproblem hinweisen. Aber Vorsicht, Herzprobleme können lange unbemerkt bleiben, vor allem, wenn der Hund keine großen Leistungen erbringen muss.
Durch fachgerechtes Abhören des Herzens kann Ihr Tierarzt Störungen erkennen. Außerdem kann er bei der genauen Untersuchung ihres Hundes auch andere Zeichen von Herzschwäche, wie z. B. Ödeme, erkennen. Wichtig für eine gesicherte Diagnose ist ein Röntgen des Brustraumes. Mit dem Elektrokardiogramm (EKG) können Herzrhythmusstörungen nachgewiesen werden. Mit der Ultraschalluntersuchung macht sich der Tierarzt ein genaues Bild über Art und das Ausmaß der Herzerkrankung.
Wenn die Diagnose gesichert ist, wird mit der Behandlung der Erkrankung begonnen. Das Ziel der Therapie ist es, die Lebensqualität ihres vierbeinigen Partners zu erhöhen und das Fortschreiten der Erkrankung durch die Entlastung des Herzens zu verlangsamen. Die Therapie ist aber nicht in der Lage, das Herzproblem zu beseitigen. Ohne Rücksprache mit Ihrem Tierarzt sollte die Therapie unter keinen Umständen unterbrochen oder verändert werden, auch wenn ihr Hund keine Symptome einer Herzerkrankung mehr zeigt. In Abhängigkeit des Schweregrades des Herzproblemes sind pro Jahr regelmäßige Kontrollbesuche beim Tierarzt nötig. Die Dosierung der Medikamente muss unter Umständen mit dem Verlauf der Erkrankung angepasst werden.
Häufig werden bei dieser Erkrankung sogenannte ACE-Hemmer eingesetzt. Durch ACE stellen sich bei nachlassender Herzleistung die Gefäße eng. Weiters verringert ACE die Ausscheidung von Wasser und Salzen, so dass sich die Blutmenge erhöht, was unter anderem zu einem Blutdruckanstieg führt. Der erhöhte Blutdruck belastet das Herzen und beschleunigt den Krankheitsverlauf. ACE-Hemmer sind auch in flüssiger Form erhältlich. Das Medikament kann so genauer dosiert werden. Die Kombination von ACE-Hemmern mit Medikamenten, welche die Herzmuskelkraft unterstützen (Digitalis-Präparate) oder die Wasserausscheidung fördern, kann in Abhängigkeit des Grades der Herzschwäche medizinisch erforderlich sein.
Herztherapeutika müssen ein Leben lang täglich verabreicht werden. Deshalb ist darauf zu achten, dass die Verabreichung sowohl für ihren Hund als auch für sie möglichst einfach ist.

