30. März 2016

LANDLER/IN DES MONATS

Günther Weiss


Ohne Phantasie und Inspiration keine Improvisation. Das Improvisationstheater lebt vom Einfallsreichtum und der Erfindungsgabe der Schauspieler, von ihrer Fähigkeit, das Publikum mitzureißen. „Wir haben keine Kostüme oder andere Hilfsmittel, um uns auszudrücken,” erklärt Günther Weiß die Schwierigkeit seines Hobbys. Jede Aufführung ist eine Uraufführung und ein Unikat. Die Schauspieler gestalten Szenen oder ganze Abende nach Vorgaben von den Zuschauern. Vielfach gemischt mit Live-Musik und Gesang entstehen so Showabende, die unterhaltsam und komisch, aber auch berührend und besinnlich sein können. Die Darsteller haben alle Freiheiten. Weiß hat sich eine Maxime gesetzt: „Ich will immer eine Szene mit Aussage haben.” Auch auf die Gefahr hin, grandios zu scheitern. Doch das passiert dem erfahrenen Improvisateur aus Gallspach kaum.

Das Ritual ist immer das gleiche. Das Publikum gibt das Stichwort, und dann heißt es: „5, 4, 3, 2, 1 - los!” Im Finale des Turniers der Improvisationsschauspieler um den „Maestro” auf der Kellerbühne Puchheim stand Weiß dem Cliniclown Uwe Marschner gegenüber. Sein Auftrag lautete: „Das 7. Gebot”. Und los ging’s! Weiß schnappte sich einen Sessel, stieg hinauf und wendete sich im Stil eines amerikanischen Predigers an die „Brüder und Schwestern”, um ihnen im Sinne von „Du sollst nicht stehlen” ins Gewissen zu reden. Das brachte dem hauptberuflichen Berater für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung zum zweiten Mal nach 2014 die Auszeichnung zu Oberösterreichs „Impro-Maestro”. Vor zwei Jahren holte er mit einem Gedicht über „Genmais und Mäuse” diese Trophäe. „Damals warst Du noch besser,” merkte seine Lebensgefährtin Andrea Schnitt, freie Schauspielerin und Regisseurin, kritisch an.

Günther Weiß, Naturliebhaber und Schachspieler, sieht sich als ernsthaften Theatersportler, der durch einen Workshop bei den Landl-Wochen zum Improvisationstheater kam und dann mit Gleichgesinnten sieben Jahre lang in Grieskirchen als Gruppe „Impro & Contra” erfolgreich aufgetreten ist. So ein regionales LEADER-Projekt für das Mostlandl-Hausruck schwebt ihm wieder vor: „5, 4, 3, 2, 1 - los!”