30. März 2016

GESUNDHEIT

Gesund bleiben - KOLUMNE von Mag. pharm. Dr. Barbara Koller, Apotheke Rizy Grieskirchen

Diabetes


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Rund 500.000 Österreicherinnen und Österreichern leiden unter Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch „Zuckerkrankheit“ genannt. Dabei handelt es sich um eine Stoffwechsel-Erkrankung, bei der Glukose (Zucker) aus dem Blut nur unzureichend oder gar nicht in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Der Grund dafür liegt in einer verminderten oder eingestellten Produktion von Insulin aus unserer Bauchspeicheldrüse. Ist davon nicht genügend vorhanden, gelingt es dem Organismus nicht mehr, den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Das heißt, er fehlt hier zur Energiegewinnung und kann nicht als Glykogen in der Leber und der Muskulatur gespeichert werden. Besonders gefährlich ist die sogenannte Hyperglykämie, die Überzuckerung. Sie führt etwa zu Übelkeit und Schläfrigkeit und kann sogar lebensbedrohend sein.

Es gibt mehrere Diabetes-Arten, von denen Typ 1 und Typ 2 die bekanntesten sind. Bei Typ 1 kann die Bauchspeicheldrüse gar kein Insulin mehr produzieren und der Körper benötigt eine Zufuhr von außen, etwa durch Spritzen, Pen oder eine Insulin-Pumpe. Typ 2 hingegen steht für die erworbene Form von Diabetes, die sich nach und nach entwickelt. Früher wurde diese Art als „Altersdiabetes“ bezeichnet, da überwiegend ältere Personen betroffen waren. Mittlerweile entwickeln allerdings auch deutlich jüngere Menschen, ja sogar Kinder und Jugendliche diese Form der Erkrankung. Dabei spielt nicht nur die genetische Veranlagung eine wesentliche Rolle, sondern vor allem das leider häufig anzutreffende Übergewicht.

Während bei Typ 1 nur eine Insulin-Zufuhr Schlimmeres verhindern kann, gibt es gegen die bei Typ 2 auftretende, erworbene Insulinresistenz durchaus Heilungschancen. Dafür unbedingt erforderlich sind jedoch eine Gewichtsabnahme, die Umstellung der Ernährung sowie regelmäßige körperliche Aktivitäten. Bei vielen Betroffenen könnten sich die Blutzuckerwerte so wieder erholen bzw. stabilisieren. Manchmal bringt dies leider keinen Erfolg und es müssen Tabletten zur Steigerung der Insulinproduktion eingenommen werden. Hier empfehlen sich übrigens auch Zimtpräparate, durch die sich die Wirkung des noch vorhandenen, körpereigenen Insulins verbessern lässt.

Bei Typ-2-Diabetikern tritt leider häufig das Diabetische Fußsyndrom auf. Durch die mit der Erkrankung verbundenen Durchblutungsstörungen sind die unteren Extremitäten besonders gefährdet. Die Haut an Beinen und Füßen ist enorm empfindlich und kann durch Druckstellen im Schuh oder selbst geringes Anstoßen zu äußerst langsam heilenden Wunden führen. Der Grund dafür liegt im Zucker, der den Zellen das Wasser entzieht und so eine rasche Heilung verhindert. Achten Sie deshalb unbedingt auf alle Arten von Schwellungen, eingewachsene Fußnägel oder sonstige Hautveränderungen. Warnzeichen sind überdies Taubheitsgefühl, Brennen oder Kribbeln in Zehen und Beinen, das subjektive Gefühl kalter Füße, obwohl sie eigentlich warm sind, Schmerzen, Rötungen oder Wadenkrämpfe.

Zur Kontrolle seiner Blutzuckerwerte gibt es spezielle Messgeräte, mit denen man zu Hause sehr einfach selbst die Messungen durchführen kann.