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Sie wurden Opfer von Internet-Erpressern:
Grieskirchner zahlten Lösegeld
Man kann beim Checken seiner E-Mails nicht genug aufpassen! Jene Internet-Erpresser, die zuletzt auch bei mehreren Firmen und Privaten im Raum Grieskirchen und Wels abkassiert haben, arbeiten nach einem genial-kriminellen System. Viren-Scanner sind chancenlos.

Thomas Karer
Der teuflische Virus, mit dem die unbekannten Täter, die vermutllich in Russland sitzen, auf Opferjagd gehen, heißt verniedlichend „Locky”. Der Name leitet sich vom englischen „lock” („sperren”) ab. Und genau das ist das Ziel dieser Schadsoftware: Das Sperren sämtlicher Rechnerdaten.
„Locky”, der erstmals 2015 quasi bei Testläufen in Deutschland aufgetaucht ist, wird von den grenzgenialen Gaunern hinter Rechnungen, Fax- oder Scandokumenten versteckt, die per E-Mail gezielt an Adressaten verschickt werden.Der Absender erscheint auf den ersten Blick unverdächtig. Doch in dem Moment, wo man die angehängte Datei öffnet, ist das Malheur perfekt: Sämtliche Daten im betroffenen Computernetzwerk sind mit einem Schlag gesperrt. Nichts geht mehr!
„Hier sind absolute Profis am Werk. Hinter dem betrügerischen System steht ein enormer Aufwand. Jede einzelne Computer-Infektion funktioniert nach einem eigenen Algorithmus. Für jede Attacke gibt es einen speziellen Entschlüsselungscode,” weiß Thomas Karer (Bild), Inhaber der IT-Firma CTK in Grieskirchen. Der 39-Jährige ist als gelernter Informatiker und Mechatroniker ein Fachmann erster Güte. In den vergangenen Wochen hat Karer fünf Firmen und einer Privatperson aus dem Bezirk Grieskirchen nach „Locky”-Attacken geholfen, die Schäden zu minimieren.
Zu seinen Daten kommt man nur wieder, wenn man Lösegeld zahlt. Das beträgt 200 Euro am ersten Tag und verdoppelt sich mit jedem weiteren Tag. Am dritten Tag sind schon 800 Euro fällig. Bezahlt werden muss in virtuellen Bitcoins. Deren Spur ist im Internet nicht nachvollziehbar. Hat man bezahlt, erhält man von den Verbrechern einen Code zur Entschlüsselung seiner eigenen Daten. „Das funktioniert aber nur zur Gänze, wenn man vorher keine eigenen Versuche zur Datenrückgewinnung unternommen hat,” warnt Karer. Er rät daher, wenn man sich „Locky” eingefangen hat, „sofort den Computer stromlos machen, von einem Experten überprüfen lassen und rasch zahlen. So erleidet man den geringsten Schaden.”
Derzeit sind nur Microsoft-Windows-Betriebssysteme betroffen, doch Karer befürchtet: „Es könnte jederzeit auch bei Apple losgehen.”

