07. November 2015

TIERE

KOLUMNE von Dr. Peter Kollmann

Ernährung und Verdauung


Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, Telefon 07735/6943

Die richtige Ernährung und die Vermeidung von Fütterungsfehlern bei unseren Haustieren bildet die Grundlage für ihre Gesundheit. Auch wenn die Auswirkungen einer fehlerhaften Ernährung von Hund und Katze infolge vieler Regulationsmechanismen nicht sofort sichtbar werden, stören sie trotzdem das Wachstum und die Entwicklung, die Leistungsfähigkeit und begünstigt verschiedenste Krankheiten.

Was ihnen der Mensch als Nahrung vorlegt, wird in der Regel auch gefressen: Speisereste, Küchen- und Fleischabfälle…

Wussten Sie, dass solche Art von Futter mit zahlreichen Leckerbissen zwischendurch einen Futterwechsel bedingt und den Organismus der Tiere belastet, dass Hunde als Schlinger die Nahrung nicht kauen und daher auch keinen so genannten Genuss empfinden, und dass Speisereste, Küchenabfälle, Wurst zu viel Gewürze und Salz enthalten?

Wussten Sie, dass bei reiner Fleischfütterung ein Überangebot an tierischem Eiweiß und Phosphor und ein Unterangebot von Calcium und Vitaminen beachtet werden muss?

Wussten Sie, dass minderwertige Schlachtabfälle gründlich gekocht werden müssen?

Wussten Sie, dass auch der Fleischfresser einen Bedarf an tierischen und pflanzlichen Fetten hat, die der Besitzer oft entfernt?

Wussten Sie, dass manche Knochen nicht verdaut werden und zu Magen-Darmverletzungen sowie Verstopfungen, Zahnabnutzung und Zahnfrakturen führen können?

Wussten Sie, dass eine ungenügende Wasseraufnahme oft zu Stoffwechselstörungen und Nierenerkrankungen führen kann?

Wussten Sie, dass unsere Fleischtiger keinen Milchzucker spalten können und die Folge der vermehrten Milchgabe deshalb oft Verdauungsstörungen bzw. Durchfall sind?

Da es schwierig ist, die zahlreichen Vorgaben der täglichen Zusammenstellung einer Futterration einzuhalten, diese richtig zu bilanzieren und bedarfsgerecht zu füttern, bietet Fertigfutter heute eine gute Möglichkeit, sein Tier dem Alter und der Leistung entsprechend ausgewogen zu ernähren.

Achtung! Auch bei der Verwendung von Fertigfutter gelten Regeln. Immer dem Alter des Tieres das entsprechende Futter kaufen und die laut Packungsaufdruck empfohlene Futtermenge verabreichen. Eine permanente Futteraufnahmemöglichkeit (Trockenfutter für einen Tag) muss vermieden werden.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Feucht- und Trockenfutter ist die jeweilige Tages-Mengenangabe jeweils zu halbieren.

Welpen und Jungtiere sollten immer einen höheren Anteil an Feuchtfutter trotz großzügigem Wasserangebot erhalten. Aber, wer sagt, dass Trockenfutter nicht auch feucht bzw. nass verfüttert werden kann. Dem spricht nichts entgegen. Vielleicht nur eine Frage der Hygiene und des Arbeitsaufwandes. Gerade im Welpen- und Jungtieralter, wo Tiere in einem Monat ihr Gewicht fast verdoppeln, ist eine Zufütterung von Vitaminen, Mineralien und eine ständige Beimengung von essenziellen Fettsäuren Garant für Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Lassen Sie sich vom Tierarzt gut beraten. Er weiß, welche Produkte in welcher Dosis die Entwicklung ihre Lieblings fördern.