GESUNDHEIT
KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy, Apotheke Grieskirchen
Winterdepression
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Was für die einen eine herrliche Zeit der Wohlgerüche, gemütlichen Kaminabende und Vorfreude ist, bringt andere an den Rand der Verzweiflung. Wenn die Tage kürzer werden, wenn man im Morgengrauen in die Arbeit geht und es beim Heimweg schon wieder finster ist, dann beginnen für einige die schlimmsten Monate des Jahres. Sie plagen Energielosigkeit und Traurigkeit, gepaart mit erhöhtem Schlafbedürfnis und nicht selten einem Heißhunger auf Süßigkeiten. Alles Anzeichen einer sogenannten Winterdepression, die zum Teil bereits im Herbst beginnt und sich bei manchen bis weit ins Frühjahr zieht.
Die Ursachen
Ein Grund für das vermehrte Auftreten von Depressionen in der „dunklen“ Jahreszeit ist der Mangel an natürlichem Tageslicht. Dieses hat eine wesentliche Bedeutung für die Produktion von Serotonin, einem wichtigen Botenstoff unseres Gehirns. Fehlt dieser sogenannte Neurotransmitter, versucht der Körper, diesen Mangel wieder auszugleichen. Und da bestimmte Inhaltsstoffe der Schokolade beim Heben des Serotoninspiegels helfen können, verspüren Betroffene eben oft diesen Heißhunger auf Süßes.
Nicht zu vernachlässigen ist der Zusammenhang zwischen der Stimmungslage und dem Hormon Melatonin: Trifft nämlich zu wenig Tageslicht auf die Netzhaut unserer Augen, kommt es zu einer vermehrten Melatonin-Produktion, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Eine hohe Konzentration kann unsere innere Uhr aus dem Gleichgewicht bringen, wodurch wir uns müde und schlapp fühlen, schlecht gelaunt sind und unsere Stimmung erheblich beeinträchtigt wird.
Die langfristigen Auswirkungen können dabei unterschiedlich sein - vom milden „Winter-Blues“ bis zu einer echten Depression, die das Leben der Betroffenen oft erheblich belastet und unbedingt eine Abklärung durch den Facharzt erforderlich macht.
Hilfe aus der Natur
Die natürlichste und einfachste Behandlungsmethode ist die „Gabe“ von Licht. Dazu gibt es spezielle Geräte mit einer hohen Lichtintensität, die der des Sonnenlichts nahe kommt. Schon ab einer halben Stunde morgens und abends ist bei vielen Betroffenen nach wenigen Tagen eine Stimmungsaufhellung spürbar.
Selbstverständlich hält auch Mutter Natur einige Heilpflanzen bereit, die dazu beitragen können, Depressionen nicht nur im Winter zu lindern. Dazu gehören das bekannte Johanniskraut (Achtung: viele Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln) und die afrikanische Schwarzbohne „Griffonia simplicifolia“. Aus ihren Samen gewinnt man einen speziellen Extrakt, der eine direkte Vorstufe des Serotonins enthält, das 5-Hydroxytryptophan (5-HTP). Regelmäßig eingenommen, hilft es, die mentale Balance zu finden und Müdigkeit und Ermüdungserscheinungen zu verringern.
Zum Thema Winterdepression passend gibt es auch interessantte Studienergebnisse aus Grönland, wo sich ja während der Polarnacht die Sonne längere Zeit überhaupt nicht blicken lässt. Lesen Sie dazu den Bericht nebenan auf dieser Seite: „Mehr Selbstmorde bei Dauer-Sonnenschein”.
