19. Februar 2015

AKTUELLES

Bei zunehmendem Mond gefällt, halten die Nadeln deutlich länger

Mondholz ist auch bei den Christbäumen die beste Wahl


Schöner Brauch: In den nächsten Wochen werden wieder die Christbäume heimgetragen.

Mutter Natur ist eine wunderbare Lehrmeisterin. Besonders viel kann man von den Bäumen lernen. Wer sie versteht, versteht viel vom Leben. Und Forstexperten wissen seit Jahrtausenden: Die Holzqualität hängt stark mit den Mondphasen zusammen. Das gilt auch für Christbäume.

Werden der Weihnachtsbaum, die Zweige für den Adventkranz oder das Schmuckreisig für die Festtage zu Vollmond oder kurz davor geschnitten, halten die Nadeln - auch später in der warmen Stube - besonders lange. Das gilt für Fichte und Tanne. Wer seinen Christbaum selber schneidet, sollte schleunigst mit der Säge ausrücken, denn der Dezember-Vollmond fällt heuer auf den Nikolaustag.

„Bei uns wird seit 30 Jahren nach dem Mond geschnitten,” sagt Martin Sumereder (29) aus Kallham, dessen Vater vor 40 Jahren mit dem Verkauf von Christbäumen begonnen hat. Heute schmücken Sumereder-Bäume Wohnungen und Häuser in ganz Österreich. Zwei Drittel der Bäume der Landwirtsfamilie aus Kallham werden über den Handel bundesweit vertrieben, der Rest wird ab 8. Dezember bei regionalen Verkaufsständen angeboten. Die Kunden wissen „Mondholz”-Christbäume zu schätzen. „So wie bei Lebensmitteln der Trend zu Bio geht, fragen immer mehr Menschen nach mondgeschnittenen Bäumen,” weiß Sumereder, in dessen Betrieb auch dieser Tage die Sägen wieder heiß laufen.

Der beliebteste Christbaum in unseren Breiten ist die Nordmannstanne, gefolgt von der Blaufichte. Das hat neben dem optischen, auch einen praktischen Grund: Die Fichte sticht, die Tanne nicht! Gerade deshalb ist wiederum die Fichte bei Haustierbesitzern eher gefragt.

Die Tanne braucht 10 bis 12 Jahre, bis sie zwei Meter misst, die Fichte schafft das in etwa acht Jahren. Daraus ergibt sich auch der Preisunterschied.

Für Christbäume gilt übrigens genau das Gegenteil wie für Bauholz. Dieses soll bei abnehmendem Mond im Winter geerntet werden. In dieser Phase zieht sich das Holz messbar stärker zusammen, seine Struktur wird dichter und somit widerstandsfähiger gegen Schädlinge wie Pilze oder Insekten.

Die verblüffende naturwissenschaftliche Erklärung dafür: Bäume schwellen mit dem auf- und abnehmenden Mond an und ab. Daher soll der Christbaum, der frisch bleiben soll, vor Vollmond fallen, und das Bauholz, das besonders resistent sein soll,nach Vollmond.