WIRTSCHAFT
Kraxi, Flitzi & Maxi sind ein Hit
Lobeshymnen auf Mobilcard
Zwei Jahr lang wurde getüftelt, gerechnet und verhandelt - und jetzt ist ein österreichweit einzigartiges Verkehrsprojekt Wirklichkeit: Seit 1. Oktober gibt es die Mobilcard Krenglbach. Sie sorgt für umweltfreundliche Mobilität in der Gemeinde mit 22 Ortsteilen.
Gerhard (li.) und Norbert Rainer mit VCÖ-Mobilitätspreis
„Die Stimmung ist von kritisch-positiv auf da könnten wir ja mitmachen umgeschwenkt,” freut sich Mag. Norbert Rainer. Der 38-jährige Krenglbacher ist mit seinem Bruder Mag. Gerhard Rainer (35) die treibende Kraft hinter der Mobilcard. Mit weiteren emsigen, ehrenamtlichen Helfern haben sie ein Pilotprojekt auf die Beine gestellt, das schon österreichweit für Aufsehen und Interesse sorgt.
Das Krenglbacher Modell ist ein einzigartiger Mix aus Anrufsammeltaxi und Carsharing. Die Mobilcard berechtigt die Krenglbacher für elf Euro im Monat zur Fahrt mit dem achtsitzigen Anrufsammelbus Kraxi und zur Benützung zweier Elektroautos, die von Krenglbacher Schülern El Flitzi und El Maxi, wobei „El” für Elektro steht, getauft wurden. Wer nur auf Kraxi Wert legt, zahlt 5,50.- Euro im Monat.
Kraxi grast als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr stündlich das weitläufige Gemeindegebiet ab, die E-Autos, die ausschließlich mit Ökostrom gespeist werden, können per Internet vorausgebucht werden. Ihre Benützung kostet lediglich 10 Cent pro Kilometer oder 50 Cent pro Stunde.
Derzeit gibt es 35 Mobilcard-Mitglieder, darunter sieben Firmen und die Gemeinde. „In drei Jahren möchten wir 100 Mitglieder haben,” nennt Norbert Rainer ein ehrgeiziges Ziel, „dann könnte sich das System selbst erhalten.” Bis dahin gibt es Förderungen vom Klima- und Energiefonds sowie vom Land und Anerkennung allseits. Die Krenglbacher Aktivisten erhielten den VCÖ-Mobilitätspreis und sind für den ORF-Klimaschutzpreis nominiert.

