SPORT
Grieskirchner (44) lief 224 km durch die Gluthölle der Sahara
Geschafft!

Erschöpft, stolz und sehr glücklich im Ziel.
Der Marathon des Sables ist das härteste Rennen der Welt. Es führt in sechs Tagen auf fünf Etappen 224 Kilometer durch die marokkanische Wüste. Außer Wasser müssen die LäuferInnen alles im Rucksack dabeihaben, was sie brauchen. Das bedeutet bis zu 15 Kilo Gepäck! Bei über 50 Grad Hitze laufen die Extremsportler durch unendliche Weiten, Sanddünen und schroffes Gebirge.
Bei der 28. Auflage des mörderischen Rennens vor drei Wochen starteten 1.097 Läufer aus 50 Nationen. Darunter auch das fünfköpfige „Team Austria” mit Herbert „Wüstenfuchs” Lehner. Für den 44jährigen Lkw-Fahrer begann das Wüstenabenteuer dramatisch: „Meine Ausrüstung war am Flughafen plötzlich verschwunden. Mir drohte die Disqualifikation. Zum Glück halfen mir Kollegen mit Nahrung aus, ein Inder nähte mir Schuhgamaschen. Unglaublich, wie die Sportler zusammenhalten. Da ist jeder für jeden da”, ist er heute noch beeindruckt.
Psychisch angeschlagen, quälten ihn auf der ersten Etappe auch extreme Krämpfe in den Beinen, Rippen und Händen. „Ich schmiss auf den letzten 10 Kilometern die Füße irgendwie nach vorne und schleppte mich mit letzter Kraft ins Ziel”. Stunden später kam dann ein erlösender Anruf: Das Gepäck war aufgetaucht! „Ich war überglücklich und nun ging’s bergauf mit mir…”
Der Grieskirchner griff ab der 2. Etappe an und gab Vollgas. Das längste Teilstück über 75,7 km schaffte er ebenso bravourös wie den abschließenden Marathon (42,2 km), der über 700 Höhenmeter und 12 Kilometer reine Sanddünen führte. Mit dem sensationellen 32. Gesamtplatz wurde der Landler Supersportler bester deutschsprachiger Teilnehmer. Seine Marathon des Sables-Endzeit: 27 Stunden, 26 Minuten, 15 Sekunden! In der Teamwertung erreichte Österreich (u.a. mit Wolfgang Fasching) Rang 5.
Was er in der Sahara geleistet hat, kann Herbert Lehner noch gar nicht richtig fassen. Aber seine Lebensphilosophie fühlt er bestätigt: „Mein Leitspruch ,Setze dir Ziele und du wirst sie erreichen’ hat sich bewährt. Ich habe gelernt, mit meinem Körper umzugehen und auf ihn zu horchen, gerade, weil ich ihn als Extremsportler sehr belaste. Wie im alltäglichen Leben ist es außerdem wichtig, fokussiert nach vorne zu blicken und nicht darüber zu jammern, was alles blöd und schlecht ist”.
Wieder daheim, schwingt sich der Ausdauerprofi – nach einer Woche Pause – regelmäßig aufs Rad. Die nächsten „Sport-Termine”: 6./7. Juli 24-h-Radklassiker in Grieskirchen. Eine Woche später Salzkammergut-Trophy (211- km-Rennen).
Sein nächstes großes „Laufziel ist 2014 ein 250-km-Ultrarennen in der berüchtigten Atacama-Wüste (Chile) in 3.000 m Seehöhe. Das spektakuläre Unternehmen kostet 9.000 Euro. Dafür sucht Herbert Lehner einen Hauptsponsor. Infos/Kontakt: www.erlebnis-sahara.at

