16. September 2013

TIERE

Ausstellung im Agrarium macht auf die Bedrohung aufmerksam

Die Amphibien sterben aus: Alle Arten auf Roter Liste


Niklas aus Aistersheim teilt mit seinem Verwandten Erich Starlinger die Tierliebe. Im Bild zeigt er, wie eine Riesenkröte Bufo marinus einen Amerikanischen Laubfrosch huckepack nimmt. Der Amerikanische Laubfrosch ist Hochsprungweltrekordler. Er hüpft aus dem Stand locker zwei Meter hoch. Bufo marinus kann 1 kg schwer werden und legt ein bis zweimal im Jahr bis zu 35.000 Eier ins Wasser.

Die Welt der Amphibien ist voller Geheimnisse. Diese Tiere, die im Wasser und am Land leben, gehören zu den beeindruckendsten Schöpfungen der Natur. Sie verfügen über verblüffende Eigenschaften, die der Wissenschaft bis heute Rätsel aufgeben. Wie lange noch? Alle 21 in Österreich heimischen Arten, von denen 17 in Oberösterreich vorkommen, stehen auf der Roten Liste. Weltweit sind 7.000 Amphibienarten bekannt, davon droht 500 das endgültige Aus.

Die ärgsten Feinde für die Frösche, Kröten, Unken, Salamander und Molche sind der Verlust der Lebensräume durch Gewässerregulierungen, Trockenlegungen, Straßenbau, Schädigungen durch Umweltgifte, der Klimawandel, Krankheiten und die Gourmetküche, in der etwa pro Jahr hunderttausende Kilo Froschschenkel verarbeitet werden.

Im Seminarhaus des Familienparks Agrarium in Steinerkirchen läuft bis 20. Mai die Sonderschau „Frösche, Molche & Co.” Sie zeigt bei freiem Eintritt einen sehenswerten Querschnitt durch die Amphibienwelt. „In 30 Aquaterrarien präsentieren wir rund 100 lebende heimische Amphibien und spektakuläre exotische Arten,” verspricht Agrarium-Chef DI Erich Preymann.

Mehr als 1.500 Schüler haben sich bereits für eine Führung angemeldet. Sie werden von Erich Starlinger aus Aistersheim in die Welt der Amphibien eingeführt. Der 47-Jährige gehört zu den renommiertesten Tierexperten und Züchtern im Lande (lesen Sie dazu nebenan den „Landler des Monats”).

Die Schau im Agrarium wird von der Naturschutzabteilung des Landes mit 33.000 Euro gefördert, „weil wir einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung leisten wollen,” so Naturschutzlandesrat Dr. Manfred Haimbuchner.