ORTSREPORTAGE
3 Mal die Nase vorn
Nicht nur ganz Oberösterreich, sondern auch andere Bundesländer blicken nach St. Marienkirchen bei Schärding: Dort läuft nämlich seit einem Jahr mit „Vitales Wohnen” ein Pilotprojekt, das neue Maßstäbe in der Seniorenbetreuung setzt. Die Erfahrungen sind sehr gut.
Bgm. Bernhard Fischer (44)
„Wir sind eine kleine Landgemeinde mit 1.870 Einwohnern, die ihre Möglichkeiten bestmöglich zu nützen versucht,” sagt Bürgermeister Ing. Bernhard Fischer. Und das gelingt ausgezeichnet. Mit „Vitales Wohnen” hat beispielsweise die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Sozialhilfeverband, der Landessozialabteilung und der Innviertler Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft (ISG) ein Vorzeigeprojekt auf die Beine gestellt.
„Vitales Wohnen” passiert in einem Neubau mit 17 Wohnungen und steht auf drei Säulen: Es gibt neun herkömmliche Betreubare Wohnungen, acht Wohneinheiten, die eine Hausgemeinschaft bilden, und eine Tagesbetreuung für Pflegebedürftige.
Insgesamt wohnen derzeit 22 Personen vital, vier bis fünf Personen nehmen die Tagesbetreuung in Anspruch. Für die Hausgemeinschaft stehen täglich von 7 bis 18 Uhr ein bis zwei Betreuungspersonen zur Verfügung, die mit den Bewohnern vom Frühstück bis zum Abendessen den Tag gestalten. Nachts halten sich insgesamt 20 freiwillige Helfer bereit, die abwechselnd über Notruf erreichbar sind. „Das ist eine neue Form des Ehrenamtes, das bestens funktioniert,” freut sich Bürgermeister Fischer.
Viele Abordnungen, auch aus anderen Bundesländern, haben bereits das Projekt besichtigt, am 6. Dezember kommt zu diesem Zweck die Bezirkshauptleutekonferenz nach St. Marienkirchen bei Schärding.
In der kleinen Gemeinde ist in zehn Jahren die Zahl der Arbeitsplätze durch Betriebsansiedlungen von gut 100 auf 450 gewachsen. Damit es in dieser Tonart weitergeht, wurde ein 30 ha großes Gewerbegebiet aufgeschlossen, das nun vermarktet wird.
Kerzenlicht statt elektrische Weihnachtsbeleuchtung
Nicht nur in der Seniorenbetreuung, auch bei der Weihnachtsbeleuchtung ist St. Marienkirchen/Sch. einzigartig im Lande. Die Gemeinde verzichtet auf elektrischen Adventschmuck und setzt auf Vorweihnachtsstimmung durch Kerzenlicht in Handlaternen, die auf Privatgrundstücken, öffentlichen Flächen und in Fenstern aufgestellt werden. 140 Laternen hat die Gemeinde bereits ausgegeben, 100 weitere sind schon bestellt.
Am Sonntag, 11. Dezember, lädt St. Marienkirchen/Sch. zum großen Christkindlmarkt. Er beginnt um 14 Uhr am Kirchenplatz.
Hauptschule geht neue Wege
Das große Engagement der HS St. Marienkirchen spiegelte sich in einem beeindruckenden „Römerfest” wider, das zur Zertifikatsverleihung veranstaltet wurde. Es gab tolle Aufführungen und 15 (!) Workshop-Stationen.
Mitte November war es soweit: Als erste Schule im Bezirk Schärding erhielt die Hauptschule St. Marienkirchen bei Schärding das Landeszertifikat „Schule innovativ” verliehen. Damit wurde das Bemühen der Schule, ständig neue Wege zu beschreiten, gewürdigt. „Wir gehen dabei besonders auf die Interessen und Neigungen der Schülerinnen und Schüler ein,” so Direktorin Ulrike Renauer. Bereits in der 1. Klasse können sich die Jugendlichen für eine erweiterte naturwissenschaftlich-technische oder eine künstlerisch-kreative Ausbildung entscheiden. Die musikalischen Talente werden in der Schulband und im Schulchor gefördert. Für Sportbegeisterte gibt’s die Volleyball-Schülerliga.
