ORTSREPORTAGE
360 Arbeitsplätze im Ort und ein Märchenschloss
Klein, aber fein: Sigharting ist Wirtschafts- und Kulturjuwel
Bürgermeister Alois Selker (53) vor dem renovierten Schloss, dem weithin sichtbaren Kulturaushängeschild Sighartings.
„Sigihartingen”, wie der Ort 1120 erstmals in den Geschichtsbüchern genannt wurde, war nie sehr groß, aber immer bedeutsam. Sigharting liegt an der alten Poststraße von Linz nach Passau und war einst eine wichtige Poststation, wo die Pferde der Postkutsche gewechselt wurden. Später war die Eferdinger Bundesstraße (B 129) über Sigharting lange die wichtigste Verbindung von Oberösterreich nach Bayern.
Zur verkehrsgünstigen Lage kam das 1570 erbaute Schloss, das für den kontinuierlichen Aufschwung des Ortes sorgte. Das ursprüngliche Wasserschloss zog seit dem Mittelalter Wirtschaftstreibende nach Sigharting. „Wir haben noch heute viele Gewerbebetriebe in der Gemeinde, die ihre Wurzeln in dieser Entwicklung haben,” freut sich Bürgermeister Alois Selker. „Insgesamt gibt es derzeit in etwa 40 Betrieben 360 Arbeitsplätze.” Tendenz steigend, denn die Tischlerei Kieslinger errichtet beispielsweise gerade eine neue Produktionsstätte und wird ihre Mitarbeiterzahl weiter erhöhen.
Aus einstigen Schmieden, Wagnereien oder anderen Gewerbebetrieben im Umfeld des Schlosses wurden moderne Unternehmen, wie etwa die Firma Geroldinger, die früher Mühlenanlagen baute und jetzt in der Fertigung von Schüttgut-Anlagen internationalen Ruf genießt.
Das Schloss ist seit 1870 im Besitz der Gemeinde, entwickelte sich zu einem Kulturzentrum und wurde von 2008 bis 2010 für 1,82 Millionen Euro renoviert. Bürgermeister Selker: „Es eignet sich hervorragend für Hochzeiten, Firmen, Weihnachts- und Geburtstagsfeiern. Jährlich finden etwa 40 Veranstaltungen darin statt.”
Ein Höhepunkt wird sicher wieder der „Innviertler Advent” im Sighartinger Schloss, zu dem an den beiden ersten Adventwochenenden (26./27. 11. und 3./4. 12.) wieder 10.000 Besucher aus ganz Oberösterreich und Bayern erwartet werden.
