TIERE
KOLUMNE von Dr. Peter Kollmann
Futtermittelallergie
Dr. Peter Kollmann Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943
Einen großen Anteil in unserer täglichen Arbeit stellen allergische Probleme bei Klein -und Großtieren dar. Bei einer Futtermittelallergie kann manchmal ein direkter Zusammenhang mit der Fütterung beobachtet werden, jedoch können die Beschwerden auch sehr verzögert, also erst Tage nach der Fütterung auftreten, was das Erkennen oft erschwert. Der Wechsel einer Futtermarke oder von einer Geschmacksrichtung auf eine andere bringt in der Regel keine Besserung. Auch wenn ein Futter schon sehr lange gefüttert und vertragen wurde, ist es keine Garantie dafür, dass es nicht plötzlich eine Unverträglichkeitsreaktion auslöst.
Die Futtermittelallergie kann sowohl bei Welpen als auch bei sehr alten Tieren erstmalig auftreten. Hunde und Katzen aller Rassen können an Allergien erkranken, da die Veranlagung dazu aber auch vererbt werden kann, sind besonders bei Hunden einige Rassen wie etwa Boxer oder Retriever unter Umständen stärker betroffen. Die ersten Anzeichen beim Hund sind heftiger Juckreiz und/oder Ohrenentzündungen, die immer wieder kommen bzw. nicht in den Griff zu bekommen sind. Haut- und Fellverfärbunge treten in der Regel erst nach dem Juckreiz auf. Sie entstehen durch das Kratzen und sind häufig mit Bakterien oder Hefen infiziert. Der Juckreiz kann am ganzen Körper auftreten oder sich auch nur auf bestimmte Körperteile beschränken. Bei einem auf Futtermittel allergischen Tier können manchmal zusätzlich oder als alleinige Symptome Durchfall, Erbrechen und häufiger Kotabsatz beobachtet werden.
Katzen jeden Alters können Allergien entwickeln. Das erste auffällige Anzeichen ist heftiger Juckreiz. Da Katzen ihre raue Zunge zum „ Kratzen“ benutzen, äußert sich Juckreiz meist in vermehrtem Putzen, Belecken oder Benagen der Haut. Viele Katzen „verstecken“ sich dabei, daher kann der Tierbesitzer sie selten beim Schlecken oder Kratzen beobachten, entdeckt jedoch die Haut- und Fellveränderungen, die sich die Katze selbst zugefügt hat, oder findet Haarbüschel an bevorzugten Liegeplätzen. Es kann zu kahlen Stellen am Körper kommen.
Ein anderes Erscheinungsbild kann die so genannte „miliare Dermatitis” sein. Dabei spürt man beim Streicheln der Katze viele, über den Rücken verteilte, kleine Krusten. Auch der so genannte „eosinophile Granulomkomplex“ kann seine Ursache in einer allergischen Reaktion der Katze haben; dieses Krankheitsbild kann sich in verschiedenster Art und Weise manifestieren, z.B. als Geschwür der Lippe, als erhabene Hautveränderung meist am Bauch, als eine streifenförmige Hautveränderung den Hinterextremitäten… Besonders bei Katzen, die auf ein Futtermittel allergisch reagieren, sieht man sehr häufig tiefe Kratzspuren im Kopfbereich. Diese Tiere können sich durch den starken Juckreiz selbst so massiv verletzen, dass hier oft nur ein Verband helfen kann oder sogar die Hinterpfoten verbunden werden müssen, damit sich das Tier nicht noch mehr Wunden zufügt.
Der Einstieg in die Allergiediagnostik durch den Tierarzt ist eine gründliche Analyse der Lebensumstände des Tieres. Da auch andere Erkrankungen zu Juckreiz, Hautveränderungen, Ohrentzündungen und Magen-Darm-Problemen führen können, wird ihr Tierarzt mit einigen Untersuchungen versuchen, diese auszuschließen.
