Probiotika und Antibiotika
GESUNDHEIT
KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy
Probiotika und Antibiotika - ein ungleiches Paar
Mag. Wolfgang Rizy Dreifaltigkeitsapotheke Grieskirchen Kontakt: 07248/62661, [email protected]
Bei einer großen Anzahl von Erkrankungen ist eine Antibiotikabehandlung unumgänglich. Primär steht bei der Auswahl des Antibiotikums durch den behandelnden Arzt die Effektivität des Arzneimittels gegen den Krankheitserreger im Vordergrund. Als Nebeneffekt tritt jedoch nicht selten bei einer Antibiotikabehandlung eine so genannte AAD (antibiotikaassoziierte Diarrhö) auf. Das ist, banal ausgedrückt, nichts anderes als ein durch das Antibiotikum hervorgerufener Durchfall. Immerhin sind davon 5 bis 50 Prozent der Patienten, abhängig von der Art des Antibiotikums, betroffen.
Auf Grund der langen Verweildauer eines Antibiotikums im Körper wirkt dies nicht nur während der Behandlungsdauer, sondern noch Wochen danach negativ auf die Bakterien, und hier nicht nur auf den Krankheitserreger, sondern auch auf unsere körpereigenen Bakterien im Darm. Die Folgen sind die schon erwähnten Durchfälle.
Nun haben Anwendungsbeobachtungen gezeigt, dass beim richtigen Einsatz von speziellen Probiotika die Häufigkeit der Durchfälle auf 0,5 Prozent gesenkt werden konnte. Dafür gab man 2 x täglich ein Multispeziesprobiotikum zur Antibiotikatherapie dazu. Probiotika sind lebende Mikroorganismen mit günstigen physiologischen und therapeutischen Eigenschaften. Sie verbessern das Gleichgewicht der Bakterien im Darm und damit unser körpereigenes Immunsystem. Multispezies, da man immer mehrere spezifische natürliche Bakterienstämme in einem Produkt vereint, um eine ausreichende Artenvielfalt zu bekommen. Vorwiegend werden Keime, wie zum Beispiel B.Bifidus, St.Thermophilus, Lactobacillus Acidophilus, L.Casei und L.Lactis verwendet. Die Keimzahl von lactosefreien Probiotika sollte 4 bis 5 Milliarden Keime umfassen.
Weiters ist bei derartigen Präparaten wichtig, dass diese Mikroorganismen unbeschadet durch den Magen geschleust werden können. Das gelingt, indem man bei der Herstellung dieser Präparate spezielle „Mäntel“ um diese Mikroorganismen produziert, die die Keime vor der Magensäure schützen. Erst einmal im Darm angelangt, entfalten die Probiotika ihre volle Wirkung. Sie senken den pH-Wert, dadurch wird die Aufnahme von Mineralstoffen verbessert und das Gedeihen von pathogenen, das heißt krankheitserregenden Organismen verhindert. Darüber hinaus heften sich probiotische Keime an die Darmschleimhaut und, wenn sie in der Überzahl sind, besetzen sie so viele Plätze, dass kein Raum mehr für pathogene Keime bleibt.
Zur Auswahl und richtigen Einnahme von Probiotika fragen Sie Ihren Apotheker.
