23. Februar 2016

AKTUELLES

Verseschmied im Abseits

Auch ein alter Polit-Hase ist vor einem Fehltritt nicht gefeit. Wolfgang Großruck war 13 Jahre Bürgermeister von Grieskirchen und sitzt seit 1995 für die ÖVP im Nationalrat. Seit mehr als zehn Jahren schließt der ausgebildete Lehrer seine Parlamentsreden mit einem Gedicht. Nun reimte sich der Verseschmied ins Abseits.


Seine Ansprachen würzt Wolfgang Großruck gerne mit Humor. Im Parlament hat er sich zuletzt als Verseschmied im Ton vergriffen und sich dafür entschuldigt.

„Obwohl er schon ein reiferer Mann, zeigt Dominique Strauss, was er noch ka(h)nn.” Für diesen lyrischen Erguss prasselte kürzlich heftige Polit-Schelte auf Wolfgang Großruck ein. Der 63-jährige Polit-Profi reimt gerne, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und teilt dabei ganz schön aus. Jetzt musste er selbst kräftig einstecken - auch aus den eigenen Reihen. Hier ein Streifzug durch 10 Jahre Parlamentslyrik à la Wolfgang Großruck:

Beispiele aus Großrucks Reimkunst

 

Österreich ist zu beneiden, um die Sorgen, die es hat, während weltweit Menschen leiden, finden Kindereien statt. Ändern wir das Land der Berge, lassen wir es, wie es war, glückliches Land der Gartenzwerge, oh tu felix Austria!

Wie Troja einst mit List zerstört durch des Odysseus hölzernes Pferd, so haben auch die Griechen heut' mit Tricks Europa schön verbläut.

Die Wirtschaft und die Industrie kämpfen gegen Produktpiraterie. Dasselbe gibt's auch bei Parteien, die bruderzwistig sich entzweien. So sind die Orangen mit Wort und Taten der FPÖ Produktpiraten.

Ein Lehrer außer Rand und Band Gibt PISA-Ergebnisse bekannt: 40 Prozent können's Lesen ned Und 60 sind zum Rechnenz' bled! Worauf ihn der Primus unterbricht: Herr Lehrer, so viele sind wir nicht!

Ich gehe nach der Wahl nach Wien, wenn es kommt zu Rot und Grün. So sprach der grüne Herr Professor. Damit ist er nicht viel besser als aus Graz der kleine Grosz, der auch versprach, wir werden ihn los. Was Orange und Grün verspricht, liebe Wähler - glaubt es nicht!

Egal ist uns das Steuergeld. Gegen das, was wir euch brocken ein, war Kreiskys Team ein Sparverein. Zahlen werden es unsere Kinder müssen - die Faymann-Brothers lassen grüßen!

Unser Kanzler, wie wir wissen, tut das Leben sehr genießen. So kann es schon einmal passieren, dass er sich Freud'schich tut verirren; dass er Europas Präsident schlichtweg „Herr Barolo" nennt. Was weiters vielleicht dazu führt, dass aus Putin „Puschkin” wird. Merkel wird zur „Frau Merlot". Aus Berlusconi wird „Bordeaux”.