LANDLER/IN DES MONATS
Alois Obermayr
Landler des Monats
Alois Obermayr hat die Musik im Blut. Geerbt vom Vater, der als Flügelhornist die Grieskirchner Stadtkapelle und den Pollhamer Musikverein verstärkte. Doch der junge Alois interessierte sich bis zum 13. Lebensjahr mehr für den Fußball als für Noten. Dann gab er dem Drängen des Vaters nach und widmete sich dem Akkordeonspiel.
„Es ist das einzige Instrument, das ich wirklich erlernt habe,” erzählt der fidele Lois, der die Steirische Harmonika und das Keyboard längst genauso beherrscht wie das Akkordeon. Jahrelang tingelte Obermayr als Hobbymusiker und Teil der „Trattnachtaler” durchs Landl, seit 1997 tourt er als Profimusiker durch viele Länder Europas.
Das Leben des Musikanten ist stressig und meist kein Honiglecken. Im Vorjahr legte der Solist zwischen seinen Auftritten in Österreich, Deutschland, Holland, Belgien und der Schweiz mit dem Auto 70.000 km zurück.
Diese Woche spielt der dreifache Vater bis 16. Jänner auf der Reisemesse in Utrecht, braust dann nachts 1.200 km nach St. Anton am Arlberg, wo er seit Weihnachten bis April ein Dauerengagement hat. Immer von Montag bis Donnerstag heizt der „Luis Alpin” aus Pollham auf der Rodlalmhütte musikalisch ein - nachmittags zum Aprés Ski, abends zur Rodelparty.
Alois marschiert zu Mittag von St. Anton zur 1.500 m hoch und direkt an der WM-Strecke gelegenen Rodlalmhütte und braust gegen Mitternacht geschlaucht mit der Rodel ins Tal. Dazwischen haut er in die Tasten und greift in sein mehr als 400 Lieder umfassendes Repertoire bis die Hüttengäste auf den Bänken und Tischen tanzen. Kürzlich lauschte auch Verkehrsministerin Doris Bures dem Pollhamer Schmähbruder. „Ich habe kurz überlegt, ob ich ihr zwei Radarstrafmandate übergeben soll, die ich jüngst kassiert habe,” lacht Alois, der in diesen Tagen seine vierte CD („Stimmung in den Bergen”) auf den Markt bringt und weiß, wem er den größten Dank schuldet: „Meiner tüchtigen Frau Gerlinde, die daheim alles schaukelt, wenn ich unterwegs bin.”
