LANDLER/IN DES MONATS
Regierungsrat August Falkner
August Falkner ist das personifizierte Peuerbacher Stadtarchiv. Das spiegelt sich auch in seinem 1995 erschienen Buch „Peuerbach. Die Stadt” wider. Mit der aktuellen Ausstellung im Peuerbacher Schloss ist ihm aber eine viel größere Nummer gelungen. Ein Meisterstück!
Um als Begleitprogramm zur Landesausstellung in Parz und als Ergänzung zum Kometor die „Astronomie der Renaissance” aufzubereiten, hat sich Falkner sogar monatelang durch Dokumente des Geheimarchivs des Vatikans gearbeitet. „Ich interessiere mich für alles. Und wenn ich etwas beginne, steigere ich mich hinein, bin einfach mit großer Leidenschaft dabei,” erzählt August Falkner.
Diese Leidenschaft hat im aktuellen Fall dazu geführt, dass unter anderem erstmals bisher für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Unterlagen zum Inquisitionsprozess der katholischen Kirche gegen Galileo Galilei (1564 - 1642) zu besichtigen sind. Der nimmermüde Hobbyforscher erhielt die historischen Dokumente dank der Unterstützung einer Gmundner Bibliothekarin übermittelt, die in der Vatikan-Bibliothek arbeitet. Falkner hat die brisanten Papiere transkribiert, aus dem Italienischen oder Lateinischen übersetzt, kommentiert und für die Visualisierung in der Ausstellung aufbereitet.
Dank dieser akribischen Arbeit finden die Besucher in der Ausstellung den Beweis dafür, dass Papst Urban VIII. am 16. Juni 1633 persönlich verfügte, dass Galilei einem weiteren, vierten Verhör zu unterziehen „und ihm mit Folter zu drohen sei.” Dabei ging es um den Kampf ums richtige Weltbild. Für die Kirche bildete die Erde den Mittelpunkt der Welt, für Galilei stand die Sonne im Zentrum, um die sich die Erde dreht. Falkner entlarvt bei seinen Nachforschungen ein Schreiben, das Galilei als rückfälligen Ketzer denunziert und dem Scheiterhaufen näher bringen sollte, als Fälschung.
Die von Falkner konzipierte Ausstellung spannt einen hochinteressanten Bogen von Peuerbachs berühmtesten Sohn, dem Astronomen Georg von Peuerbach, über Kopernikus, Kepler und Galilei bis zur modernen Raumfahrt, die ohne die Forschungen dieser Herren nicht denkbar ist. Bisher haben 23.000 Menschen die Schau besucht. Auch wenn Falkner nichts ferner liegt als Eigenlob, so räumt er doch ein, „dass sie hervorragend angenommen wird.” Mit dem Ergebnis, „dass mein Mann fast nie daheim ist,” wie Ehefrau Franziska zugibt. Aber das sei sie eh gewohnt, kontert August.
Tatsächlich war der gebürtige Heiligenberger immer ein höchst umtriebiger Mann. Nach der Matura im Linzer Petrinum besuchte Falkner kurz das Priesterseminar, wurde dann Lehrer, der nach mehreren pädagogischen Stationen schließlich 1968 in Peuerbach hängenblieb. Er unterrichtete in Volks- und Hauptschule, erhielt Lehraufträge an Pädagogischen Akademien und war von 1988 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2003 Bezirksschulinspektor von Grieskirchen.
Parallel dazu fungierte der zweifache Vater von 1990 bis 2001 als Bürgermeister von Peuerbach. In dieser Zeit wurde die Gemeinde zur Stadt erhoben (1994). Dass sie heute weit über das Landl hinaus als „Stadt der Sterne” glänzt, ist ein Verdienst August Falkners.

