26. November 2020

TIERE

KOLUMNE von. Dr. Peter Kollmann

Wie finde ich die „richtige“ Katze?


Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, www.tierarzt-kollmann.at, Tel. 07735/6943

Eine Katze kann man kaufen, oder man bekommt sie als Geschenk, oder sie läuft freiwillig zu. Der Rassekatzenfreund gewinnt auf Ausstellungen einen Überblick, der ihm die Entscheidung für eine bestimmte Lang- oder Kurzhaarrasse erleichtert.
Eine Katze ohne Ahnentafel kann mit geringerem Aufwand erworben werden, oft übersteigt das Angebot die Nachfrage. Manche Tierheime vermitteln Katzen an neue Besitzer (siehe Bericht nebenan). Manchmal kommt die Katze zum Menschen. Meist ist es ein herrenloses, schlecht versorgtes Tier, das ein neues Heim,-Anschluss an den Menschen sucht. So avanciert mancher unvermutet, ungewollt zum Katzenhalter.
Wichtigstes Anliegen muss sein, eine gesunde Katze zu bekommen. Man bedenke: Die Katze unserer Wahl bringt nicht nur ihre Erbanlagen mit. Sie ist auch das Produkt der Umwelt, in der sie bisher lebte. Aufzucht, Haltung und Behandlung durch den Vorbesitzer spielen dabei eine Rolle. Es gilt, Umschau zu halten und Fragen zu stellen, bevor man die Entscheidung trifft: Wie sieht die Katze - abgesehen von Merkmalen der Schönheit - aus? Ist sie ihrem Alter entsprechend entwickelt, kräftig? Erscheint sie schwächlich, im Wachstum gehemmt, mit deutlich fühlbaren Rippen und Beckenknochen? Ist das Bäuchlein aufgetrieben, gebläht (nicht zu verwechseln mit dem vollen Bauch des gut genährten Tieres)? Hat sie ein sauberes, glänzendes, dichtes Haarkleid? Sind Hautschmarotzer, insbesondere Ohrmilben, Flöhe, Läuse, Flohkot feststellbar? Ist die Katze munter, reagiert sie lebhaft, zeigt sie Appetit? Sind die Ohren sauber, geruchlos, die Augen klar, das Näschen ohne Ausfluss? Ist das Haar um den After sauber oder verklebt (Durchfall)? Erscheinen auch Mutter, Geschwister gesund? Wie ist die Katze aufgewachsen? Bewohnte sie ein geordnetes Zuhause oder wurde sie nur im Keller, im Schuppen, irgendwo geduldet? Ist ihr bisheriger Aufenthaltsort sauber? Wirkt er unordentlich, verschmutzt? Wie, womit wurde sie gefüttert? Erhielt sie regelmäßig und ausreichend Nahrung? War sie gezwungen, ihr Leben mit Milch und Mäusefang zu fristen?
Mann muss wissen: Mängel in Ernährung, Pflege und Hygiene führen, besonders beim Jungtier, zur Störung  der  Gesundheit, mindern die Abwehrkraft, erhöhen die Anfälligkeit gegenüber Infektionen. Man informiere sich: Sind im Tierbestand ansteckende Krankheiten aufgetreten? Ist Wurmbefall, sind andere durch Parasiten verursachte Erkrankungen bekannt? Herrschen in der Umgegend seuchenartig verbreitete, auf Katzen übertragbare Krankheiten?
Vorsicht besonderer Art ist geboten bei den Herrenlosen, den Katzen, die seit längerer Zeit ohne Aufsicht streunten. Verwahrlosung, Schwäche durch Hunger, Kälte, Krankheit zeichnen solche Tiere. Nicht bedenkenlos können sie zu Hausgenossen erkoren werden. Mitgefühl, aber auch Sachkenntnis und Vernunft müssen das Handeln bestimmen. Beim Erwerb einer Rassekatze aus anerkanntem Zuchtbestand entfallen manche der aufgezeigten Fragen und Bedenken.