26. November 2020

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy

Abwehrkräfte stärken


07248/62661, office@rizy.at

Wir alle sind ständig von Millionen Krankheitserregern umgeben und kommen regelmäßig mit ihnen in Kontakt. Die meisten werden jedoch schon von unserer Haut abgewehrt oder durch Schleimhäute oder unsere aggressive Magensäure am weiteren Vordringen gehindert. Schaffen es Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten doch einmal über diese Barrieren, tritt eine weitere wirksame Verteidigungsformation auf den Plan - unser Immunsystem.
Wird ein Erreger erkannt, beginnen die Abwehrzellen sofort mit ihrer Arbeit und versuchen, die Keime zu eliminieren. Für ihre optimale Funktion wird eine Vielzahl von wichtigen Substanzen, wie Proteine, Spurenelemente, bestimmte Aminosäuren, Antioxidantien und Vitamine, benötigt.
Gerade in der kalten Jahreszeit hat es das Immunsystem besonders schwer. Die kalte Luft draußen sowie die ebenfalls extrem trockene Heizungsluft sorgen für ein Austrocknen der Schleimhäute, die ihrer Verteidigungstätigkeit so nicht mehr perfekt nachkommen können. Deshalb immer viel trinken, besonders Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder Tees. Doch Achtung: Schwarzer Tee, Kaffee und Alkohol wirken zusätzlich harntreibend und begünstigen somit die Austrocknung.
Auch wenn es vor dem Kachelofen viel gemütlicher ist – verzichten Sie im Winter nicht komplett auf Bewegung! Ausdauersportarten, wie Walking, Laufen, Schwimmen im Hallenbad oder Radfahren am Heimtrainer, steigern die Ausschüttung von Adrenalin, das wiederum zur Vermehrung und Aktivierung der Abwehrzellen führt. Achten Sie auf ausreichend Schlaf! Eine zu kurze Nachtruhe schwächt die körperliche Verteidigung und behindert die Immunzellen bei ihrer Arbeit. Ebenso wichtig: Stress reduzieren! Nervliche Belastungen lassen den Cortisolspiegel steigen, was eine Dämpfung der Abwehrkraft nach sich zieht. Prinzipiell sollta man die Übertragung von Erregern durch regelmäßiges Händewaschen verhindern und nach Möglichkeit mit dem Rauchen aufhören!
Idealerweise fängt man nicht erst mit der Vorbereitung auf den Winter an, wenn der Frost bereits Einzug gehalten hat, sondern achtet schon im Spätherbst auf eine ausgewogene Ernährung. Zudem kann man den Organismus mit speziellen Nährstoffen und Vitaminen unterstützen: Zink etwa hemmt die Vermehrung von Viren, während ein Mangel die Abwehrkraft vermindert. Eine Einnahme hingegen kann die Dauer einer Erkältung bewiesenermaßen verkürzen. Selen besitzt ähnliche Eigenschaften.
Die Zitrone war lange Zeit die Frucht, die man mit der Stärkung des Immunsystems assoziiert hat. Mittlerweile haben ihr aber andere Vitamin-C-Lieferanten deutlich den Rang abgelaufen. Die Acerola-Kirsche z. B. enthält die 30-fache Menge des wichtigen Vitamins.
Ebenso wesentlich ist das „Sonnenvitamin“ D3. Es wirkt nicht nur entzündlichen Erkrankungen der Atemwege entgegen, sondern stimuliert überdies die Bildung von antimikrobiellen Substanzen, welche die Ausbreitung von Viren eindämmen.