22. September 2020

TIERE

KOLUMNE von Dr. Peter Kollmann

Was tun bei Notfall mit Hund


Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, www.tierarzt-kollmann.at, Tel. 07735/6943

1. Augenverletzung:
Erste Maßnahme: Verhindern Sie, dass der Hund sich am Auge kratzt, Auge immer nur mit klarem Wasser spülen (keine Kamille oder anderen Substanzen), bei blutenden Verletzungen Druckverband anlegen. Ein Damenstrumpf ist hier sehr hilfreich. Die Krallen polstern, Trichter anlegen,
2. Bisswunden:
Kleinere oberflächliche Verletzungen ausrasieren, mit flüssigem Desinfektionsmittel (z. B. Betaisodona oder Arnikatinktur) reinigen, offen lassen, eventuell mit Kamillen- oder Käsepappeltee abbaden. Wichtig: kein Wundpuder verwenden.
3. Hitzeschlag:
Hunde vertragen große Hitze nicht und dürfen an sonnigen Tagen niemals im Auto zurückgelassen werden. Erste Anzeichen sind übermäßiges Hecheln und Mattigkeit. In schweren Fällen Krämpfe, Fieberschübe, wässriger Durchfall und Bewusstseinsverlust. Den Hund sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen. Mit feuchten, kühlen Tüchern langsam abkühlen. Wasser bereitstellen. Rescue- Tropfen geben.
4.  Vergiftungen:
Bei dem geringsten Verdacht, der Hund könnte Gift gefressen haben, ist Eile geboten. Sofort zum Tierarzt und wenn möglich, das Gift mitnehmen, um die Wahl der richtigen Behandlung zu erleichtern. Am besten ist die sofortige Verabreichung von Kohle­tabletten.
5. Knochenbrüche:
In jedem Fall muss der Bruch dringend fixiert werden. Hilfsmittel: Stäbe und Äste, zerrissenes T-Shirt, Handtuch, zusammengerollte Zeitung. Beim Transport sehr vorsichtig agieren: Kleine Hunde mit beiden Händen untergreifen und hochheben, eventuell in eine Decke oder Jacke einpacken. Große Hunde in rechte Seitenlage bringen. Daneben eine Decke ausbreiten, den Hund an der Nackenfalte auf die Decke ziehen. Aus Brettern und Stöcken eine Trage bauen.
6. Insektenstiche:
Stachel sofort entfernen, Eiswürfel oder Essigsaure-Tonerde auflegen, Allergiker - vielmehr ihre Besitzer - sollten für solche Fälle immer Tabletten dabeihaben.
7. Pfote verletzt:
Wunde ordentlich reinigen, Splitter, Sand und Schmutz vorsichtig entfernen, Blutung stillen, Wunde mit Wasser auswaschen und mit einem sauberen, nicht fußelnden Tuch abtupfen und mit Wunddesinfektionslösung behandeln.
8. Schock:
Ein absoluter Notfall. Der Vierbeiner muss gewärmt werden und schnell viel Flüssigkeit bekommen. Ruhig, besonnen handeln, da sich Panik auf den Vierbeiner überträgt.
9. Sofort zum Tierarzt muss man bei:
Traumen/Knochenbrüchen, Schock, starker Blutung, Würgen, häufigem Erbrechen, blutigem Durchfall, neurologischen Anfällen, Koma, starker Apathie, Problemen beim Harnlassen, Augenverletzungen, Hitzeschlag.