22. September 2020

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy

Maske ist besser als Visier


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Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Zeiten der COVID-19-Pandemie ist für manche Menschen sehr belastend. Kunststoff-Klarsichtvisiere (KLV) in unterschiedlichster Ausführung gelten als mögliche Alternative. Sie sind besser als nichts, aber längst nicht gut. Laut Experten der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP) sind sie jedenfalls keine gleichwertige Lösung: „Aufgrund der derzeitigen wissenschaftlichen Evidenz können wir den Einsatz von Klarsichtvisieren nicht als gleichwertige Alternative zum Mund-Nasen-Schutz ansehen. Ein KLV kann eine Alternative für Personen sein, die aus medizinischen Gründen keinen MNS tragen können. Sie erreichen damit einen gewissen Selbstschutz und leisten gleichzeitig einen zumutbaren, wenn auch geringen Beitrag zu den derzeit getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit SARS-CoV2.“
Die österreichischen Experten stellen zum Potenzial von KLV fest: Sie könnten größere Tröpfchen eines Gegenübers vom Mund, der Nase und den Augen des Trägers fernhalten und die Augenbindehaut schützen. Gleichzeitig schlagen sich vom Träger abgegebene Tröpfchen natürlich an der Innenseite des Visiers nieder. Die Mimik bleibt erkennbar, die Visiere sind relativ einfach zu reinigen bzw. zu desinfizieren. Dafür können die KLV die Träger nicht vor Atem-Aerosolen anderer Personen schützen und auch nicht andere Personen vor den Atem-Aerosolen des Trägers. Die Mindestanforderung: Das Visier muss deutlich unter das Kinn reichen, bis zu den Ohren gehen und die Verbindung des Kopfteiles mit der Stirn sollte durchgehend sein und dicht sitzen.
Demgegenüber würde ein Mund-Nasen-Schutz durch Filtrationswirkung auch einen Teil der mit der Ein- oder Ausatemluft anströmenden Partikel zurückhalten. Zum Anlegen wird der Mund-Nasen-Schutz möglichst nur an den Bändern berührt, die Innenseite sollte keinesfalls berührt werden. Die Maske muss Nase und Mund gut abdecken, und die Freiräume zwischen Maske und Gesicht sollten möglichst gering sein. Während des Tragens sollte die Maske nicht berührt werden. Beim Abnehmen ist sie wieder nur an den Bändern zu berühren. Nach dem Abnehmen oder dem unabsichtlichen Anfassen der Maske müssen die Hände mit warmem Wasser und Seife oder einem Händedesinfektionsmittel gereinigt werden.
Der Mund-Nasen-Schutz gehört ausgetauscht, wenn er durchfeuchtet ist. Gebrauchte Einmalmasken werden im Restmüll entsorgt. Waschbare Masken sollte man nach der Benutzung in einem Plastikbeutel aufbewahren und bald waschen, damit sich keine Bakterien oder Schimmelpilze ansiedeln. Alternativ zur Wäsche mit 60 bis 90 °C, kann man sie auch heiß bügeln oder fünf Minuten ins kochende Wasser geben. Von einer Desinfektion im Backofen oder in der Mikrowelle raten Experten ab.
Quelle: Österreichische Apothekerzeitung