13. August 2020

TIERE

Kolumne von Dr. Peter Kollmann

Gardien sind die häufigsten Darmparasiten bei Hunden


Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, www.tierarzt-kollmann.at, Tel. 07735/6943

Bei Giardien handelt es sich um einzellige Parasiten, die annähernd bei jedem dritten Hund vorkommen und somit häufiger als Spulwürmer. Wenn Ihr Liebling zum Beispiel keine Symptome einer Erkrankung zeigt, aber trotzdem viel Gewicht verliert, dann könnten Giardien die Ursache sein. Die Dünndarm-Parasiten, die sich an der Darmwand festsetzen, sollten sofort behandelt werden, denn sie vermehren sich rasant und bleiben oft unerkannt.

Sehr ansteckend
Giardien sind hoch ansteckend! Sie befallen nicht nur Hunde, sondern auch andere Säugetiere, Reptilien, Vögel und auch Menschen. Nur Welpen und Hunde mit einem geschwächten Immunsystem zeigen auffällige Symptome. Viele Tiere wirken kerngesund. Giardien sind jedoch verbreiteter als von Hundebesitzern angenommen.
Anstecken kann sich Ihr Hund über den Kot eines erkrankten Tieres, über infiziertes Wasser oder Nahrung. Auch der häufige Kontakt zu einem mit Giardien befallenen Hund reicht bereits aus. Wenn sich die Hunde gegenseitig ablecken oder beschnüffeln, werden die Parasiten übertragen.
Welche Symptome bemerken wir? Bei schwächeren und sehr jungen oder alten Hunden kann wiederkehrender, leicht flüssiger Durchfall ein Hinweis auf eine Ansteckung sein. Achten Sie darauf, ob der Kot eine hellgelbe und/oder leicht blutige Färbung hat. Andere Symptome sind häufige Blähungen. Bei Welpen kann es zu Erbrechen kommen. Die Folge sind Gewichtsverlust und Wachstumsstörungen, manchmal treten auch Hautentzündungen auf.

Auf den Menschen übertragbar
Ein befallener Hund ist hoch ansteckend, weshalb sich Giardien in Tierheimen oder Zwingern mit mehreren Tieren sehr schnell verbreiten. Giardien können vom Hund auf den Menschen übertragen werden und umgekehrt. Auch beim Menschen können sie die Ursache für Symptome wie Erbrechen und Durchfall sein.

Die Therapie in Stichworten:
- Nachweis und Therapie durch den Tierarzt
- begleitende Hygienemaßnahmen besonders bei
    Gruppenhaltung
- Futter- und Wassergefäße mit heißem Wasser abwaschen
 nicht aus Pfützen, Gewässer trinken lassen
- Trockenlegen feuchter Areale, Befestigung von
    Ausläufen/Zwingern
- Kotbeseitigung
- Desinfektion der Liege- und Bewegungsflächen
- Dampfstrahler für kontaminierte Flächen gut geeignet
- Abkochen der Hundedecken,…