13. August 2020

AKTUELLES

36 Meter hohe Funkstation sorgt für heftige Diskussionen und Zwist

Sendemast entzweit Peuerbach


GZBWP-Fraktionsobmann Gerhard Wallner plädiert für einen Kompromiss

5 G - das ist die fünfte Generation des Mobilfunks, die höhere Frequenzbereiche erschließt und die Frequenzkapazität erhöht. So ein 36 Meter hoher 5G-Mast soll in Bruck auf einer Anhöhe nahe der Firma Guntamatic errichtet werden. Anrainerhäuser, Schule und Kindergarten sind nur wenige hundert Meter entfernt.
Das Projekt spaltet die Bevölkerung. Die Skeptiker haben Bedenken, weil es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Technologie gibt, was auch der Wiener Krebsforscher und Mediziner Prof. Dr. Wilhelm Mosgöller bei einer Informationsveranstaltung am 1. Juli vor 155 Besuchern im Melodium bestätigte. Die Befürworter plädieren für den 5G-Mast, weil sie endlich im gesamten Stadtgebiet eine gute Mobilfunkqualität haben wollen.
Im Wahlkampf 2017 versprachen viele Politker den flächendeckenden Glasfaser-Ausbau in Peuerbach, der eine 5G-Station unnötig machen würde. Das Glasfaser-Versprechen entpuppte sich aber als Luftschloss. Nur etwa ein Fünftel der Peuerbacher Bevölkerung verfügt über einen Anschluss ans Glasfasernetz.
„Wir müssen einen Kompromiss finden, mit dem alle leben können. Derzeit gibt es in Peuerbach zwei Lager. Das geht soweit, dass Nachbarn nicht mehr miteinander reden,“ sagt Gerhard Wallner, Fraktionsobmann der Bürgerliste „Gemeinsame Zukunft Bruck-Waasen-Peuerbach“ (GZBWP).
Wie könnte so ein Kompromiss aussehen? Wallner: „Zum Beispiel ein weiterer bestmöglicher Ausbau des Glasfasernetzes, so dass man mit einem leistungsschwächeren 4G-Mast auskommt. Eine Limitierung auf 4G könnte man in einer Vertragsklausel zwischen dem Grundstücksbesitzer und dem Funkstationsbetreiber fixieren.“
Der Besitzer des Grundstücks, wo der Mast hinkommen soll, ist übrigens selbst Mitglied im Gemeinderat, der diesen Donnerstag über die entsprechende Widmung abstimmen soll. Wallner: „Etliche Gemeinderäte und auch Fraktionsobleute haben sich für die Sitzung schon entschuldigt.“ Ein Zeichen für die Brisanz des Themas.