13. August 2020

AKTUELLES

Im Bezirksvergleich hinkt man hinten nach

Schlechte Noten für’s Landl

Eine Vergleichsstudie aller 94 Bezirke Österreichs über die Zukunftsfähigkeit der Regionen stellt den Landl-Bezirken ein schlechtes Zeugnis aus. Schärding liegt auf Gesamtrang 59, Grieskirchen auf Platz 71 und Eferding gar nur auf Platz 84. Vor allem Grieskirchen und Eferding haben sich seit 2018 dramatisch verschlechtert.

Das Unternehmen Pöchhacker Innovation Consulting in Linz hat zum dritten Mal das „Zukunftsranking der österreichischen Bezirke“ erstellt, das auf 36 Indikatoren in den vier zukunftsrelevanten Bereichen Demografie, Arbeitsmarkt, Wirtschaft & Innovation sowie Lebensqualität basiert.
Der zukunftsträchtigste Bezirk Österreichs punkto Wohn­attraktivität, Einkommensmöglichkeiten, Lebensqualität… ist zum dritten Mal seit 2018 die Stadt Krems. Dahinter folgen Graz-Umgebung und Lienz.
Aus Oberösterreich schneidet die Stadt Wels auf Platz 6 (2019: 9., 2018: 8.) am besten ab. Als Siebenter ebenfalls in den Top 10 liegt Wels-Land (2019: 8., 2018: 7.). Linz scheint auf Gesamtrang 25 auf (2019: 41., 2018: 37.).
Die erhobenen Entwicklungsperspektiven der Landl-Bezirke sind ernüchternd. Nur auf dem 71. Rang des Zukunftsrankings 2020 findet sich Grieskirchen. Ein steiler Rückfall: Im Jahr zuvor lag der Bezirk noch auf Platz 38, 2018 gar an 31. Stelle. Für den Rückfall gibt es mehrere Gründe. So liegt Grieskirchen etwa bei den Indikatoren zu Wirtschaft & Innovation meist im hinteren Feld, Ausnahme ist der mit 9 Prozent überdurchschnittlich hohe Beschäftigungsanteil im High-Tech-Sektor.
Bei den demografischen Indikatoren liegt der Bezirk im vorderen Drittel und weist etwa mit 17,9 Prozent einen hohen Anteil junger Erwachsener an der Bevölkerung auf. Bei den Arbeitsmarktdaten findet sich die Region im Mittelfeld. Aufholpotenzial orten die Studienautoren bei der Versorgung mit Kindertagesstätten und medizinischen Leistungen.
Noch weniger rosig schaut es im Bezirk Eferding aus, der den 84. Rang in der Gesamtreihung einnimmt und seit 2019 um elf Ränge zurückfiel. 2018 belegte man immerhin noch Platz 42. Die besten Werte zeigt die Region bei den Demografie-Daten mit Platz 22 im österreichweiten Vergleich. Gründe dafür sind die dritthöchste Geburtenrate (1,78 Kinder/Frau) und der überdurchschnittlich hohe Anteil junger Erwachsener an der Gesamtbevölkerung (17 %).
Obwohl Eferding mit 2,6 Prozent die zehntniedrigste Arbeitslosenquote und eine hohe Frauenerwerbsquote aufweist, zeigen sich bei den Arbeitsmarktdaten noch Aufholpotentiale (z. B. Bildungsniveau der Beschäftigten, Arbeitsplatzdichte). Bei den Indikatoren zu Wirtschaft & Innovation liegt Eferding gar an letzter Stelle aller 94 Bezirke Österreichs.
Einen leichten Aufwärtstrend verzeichnet Schärding mit Platz 59. 2019 lag man drei Ränge schlechter, 2018 allerdings als 54. um fünf Ränge besser.
Relativ gut hält sich Ried im Innkreis auf Gesamtplatz 38, doch auch dieser Bezirk zeigt einen Negativtrend. 2019 lag man noch auf Platz 20, 2018 gar auf dem 11. Platz. Ein sehr gutes Ergebnis erzielt Ried bei den Daten zur Lebensqualität (Rang 13), dazu tragen unter anderem die deutliche Senkung der Kriminalitätsrate und die Erhöhung der Anzahl von Kindertages­stätten bei.