05. Juli 2020

AKTUELLES

Hochspannungsleitung quer durchs Land erhält 433 neue Masten

Arbeitsakrobatik in luftiger Höhe


Die beiden Hütmeyer-Fotos (+ S.1) zeigen Monteure bei ihrer akrobatischen Arbeit auf den Hochspannungsmasten. Wegen der Corona-Krise kamen die Arbeiten ins Stocken, weil auch viele ausländische Fachkräfte mit diesen Spezialaufgaben beschäftigt sind. Derzeit ist der Abschnitt Weibern-Ernsthofen dran.

Eine der spektakulärsten Baustellen verläuft derzeit quer durchs Land. Die Hochspannungsleitung von St. Peter am Hart im Bezirk Braunau zum Umspannwerk Ernsthofen in Niederösterreich wird nach 80 Jahren generalsaniert und erneuert. Das erfordert Arbeitsakrobatik in luftiger Höhe. Bis zu 30 m über der Erde muss auf- und abgebaut werden. Das Projekt kostet 110 Millionen Euro.
Die 111 km lange 220-kV-Leitung wurde im 2. Weltkrieg Anfang der 1940er-Jahre errichtet und ist eine der wichtigsten Adern im oberösterreichischen Stromnetz. Sie beliefert rund 250.000 Haushalte und 50.000 Betriebe mit elektrischer Energie. Die Sanierung einzelner Bauteile wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen. Deshalb hat sich die Austrian Power Grid (APG) zu einem Neubau entschlossen.
Einsprüche von Landwirten und Naturschutz haben die Bauarbeiten ein Jahr lang verzögert. Durch Standortoptimierungen können sechs Masten eingespart werden. Der Aufwand bleibt trotzdem enorm. 439 Masten müssen abgebaut, zersägt und entsorgt werden, 433 neue Stahlriesen werden aufgestellt. Teilweise kommen auch Hubschrauber zum Einsatz.
Die Bauarbeiten verlaufen in mehreren Etappen, die Anbindung an das Kraftwerk Aschach bleibt permanent bestehen. Derzeit ist der Bauabschnitt im Raum Schiedlberg, Piberbach und Kematen an der Krems an der Reihe.