05. Juli 2020

LANDLER/IN DES MONATS

Rudolf und Martin Keplinger

Österreichs besten reinsortigen Birnenbrand gibt es in St. Agatha, und zwar bei der Landwirtsfamilie Keplinger vulgo Wiesmayr auf der Wies. Der Dornbirnenschnaps von Vater Rudolf (76) und Sohn Martin (45) hat den Juroren bei der Ab Hof-Messe in Wieselburg so gemundet, dass sie dafür „Das goldene Stamperl“ verliehen bekamen.


Beim Wiesmayr auf der Wies ist man eigentlich auf die Direktvermarktung von Rindfleisch spezialisiert. Das macht man seit 1995. Damals haben die Keplingers in ihrem Obstgarten auch zahlreiche Dornbirnenbäume gepflanzt. Von Brand- und Likörerzeugung war da noch keine Rede. Die Aufzucht und Schlachtung von Rindern und der Verkauf ihres köstlichen Fleisches standen im Mittelpunkt des Hoflebens. Das hat sich vor 20 Jahren geändert. „Da haben wir mit dem schönen Hobby des Schnapsbrennens begonnen,“ erzählt Martin Keplinger, der 2004 den Hof von Vater Rudolf und Mutter Maria übernommen hat.
Martin wurde durch einen Kurs in der Landwirtschaftskammer inspiriert. „Dazu kommt, dass ich selbst ein Stamperl guten Schnaps sehr schätze,“ sagt der zweifache Vater, der von Ehefrau Michaela wertvoll unterstützt wird. Die Brenner­ei wurde aber rasch zum Hoheitsgebiet vom Vater, „der in der Pension eine sinnvolle Beschäftigung gebraucht hat,“ lacht Martin. Beschäftigung war der Senior gewohnt, denn unter anderem war Rudolf Keplinger von 1973 bis 1989 auch St. Agathas Bürgermeister.
Keplingers Edelbrände wurden rasch für ihre Qualität bekannt. Etwa ein Dutzend Goldmedaillen bei der Ab Hof-Messe in Wieselburg sind der Beweis dafür. „Ich hab’ die Auszeichnungen noch gar nicht gezählt“, sagt Martin. Das erste „Goldene Stamperl“ für Österreichs besten Schnaps gab es 2014 für einen Marillen-Edelbrand vom Keplinger-Hof. Heuer folgte das zweite „Goldene Stamperl“ für den Dornbirnenbrand. Aus dem Hause Keplinger gibt es weiters noch Brände von der Wirsingbirne, der Speckbirne und der Grünen Pichlbirne sowie feine Liköre. Und die Auswahl wird noch größer: In einigen Jahren wird das Sortiment um den Williamsbirnenbrand erweitert. Derzeit tragen dafür die eigenen Bäume allerdings noch zu wenig Früchte. Mit dem Obst kommt der Schnaps.