17. Februar 2020

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mg. Wolfgang Rizy

Darmgesundheit


Mag. Wolfgang Rizym Apotheke Grieskirchen, Kontakt: 07248/62661, office@rizy.at

Unser Darm ist ein wirklich außergewöhnliches Organ, das im Laufe des Lebens rund 30 Tonnen an Lebensmitteln verarbeitet. Bei Erwachsenen ist er bis zu 7,5 m lang und hat durch die feinen Darmzotten eine Oberfläche von 32 m2. Nur so ist es ihm möglich, lebenswichtige Nährstoffe aus der Nahrung zu filtern. Um Abnützungserscheinungen vorzubeugen, erneuert sich die Oberfläche innerhalb einer Woche komplett. Doch unser Darm ist nicht unverwüstlich und sollte deshalb gut gepflegt werden.
Die Darmflora ist das Um und Auf. Mehr als 400 Bakterienarten bevölkern unser Verdauungssystem, und bei einem Erwachsenen können das bis zu 1,5 kg – nur an Bakterien! – sein. Ohne dieses komplexe Ökosystem wären viele lebenswichtige Aufgaben, wie der Abtransport von Schad- und Giftstoffen oder auch die Aufnahme von wichtigen Vitalstoffen, gar nicht möglich. Jedoch kommen wir nicht mit einem „fertigen“ Verdauungssystem zur Welt. Im Mutterleib ist es nämlich noch steril. Erst mit der Geburt beginnt die Besiedelung mit Bakterien, die im Laufe der Zeit die Darmflora bilden.
Das ökologische System im Verdauungstrakt ist eigentlich relativ stabil. Es gibt allerdings Faktoren, die zu einem Ungleichgewicht führen. Ein Beispiel, das sicher jeder kennt, ist eine Therapie mit Antibiotika. Diese machen nämlich keinen Unterschied zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien, und so kann es leicht zu Durchfall kommen. Aber auch ungesunde Ernährung, psychische Belastung und Stress wirken sich oft negativ auf das Gleichgewicht der Darmflora aus, wodurch sich in der Folge Krankheiten entwickeln können.
Das Reizdarmsyndrom: Es äußert sich durch Schmerzen im Bauch, Blähungen und durch das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können. Zusätzlich treten hier zum Teil Durchfall und Verstopfung auf. Eine weitere Art der Erkrankung ist die Bildung von Polypen. Das sind meist gutartige Schleimhautwucherungen, die beim Wachstum zu Bauchschmerzen und Schleim oder Blut im Stuhl führen. Da sie sich unentdeckt zu Darmkrebs entwickeln können, sollte bei Verdacht eine Darmspiegelung durchgeführt werden, bei der die Polypen entfernt werden. Alarmzeichen sind eine Änderung der Stuhlgewohnheiten, Darmkrämpfe sowie ein ungewollter Gewichtsverlust.
Doch nun zu zwei Arten von Darmbeschwerden, die zumeist harmlos sind, aber auch Zeichen einer schwereren Erkrankung sein können: Durchfall und Verstopfung. Die Ursache für Durchfall kann eine Infektion mit Krankheitserregern sein, aber ebenso eine Lebensmittelvergiftung oder -unverträglichkeit (z. B. Laktoseintoleranz). Wichtig bei Durchfall ist, dem Körper das verlorene Wasser wieder zuzuführen. Ideal ist hier Kamillentee, der zugleich den gereizten Darm beruhigt. Im Falle einer Infektion kann der Arzt auch Antibiotika verschreiben. Von einer Verstopfung spricht man, wenn in einer Woche weniger als dreimal Stuhl ausgeschieden wird. Schuld daran können Medikamente sein (manche Antidepressiva oder Blutdrucksenker), Bewegungsmangel oder die zu geringe Aufnahme von Ballaststoffen mit der Nahrung. Bei länger andauernden Beschwerden bitte immer zum Arzt!