19. November 2019

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy

Grippeimpfung?


Mag. Wolfgang Rizy Apotheke Grieskirchen, Tel. 07248/62661, office@rizy.at

Fast 300 Jahre ist es her, dass der erste erfolgreiche Versuch einer Immunisierung stattfand. Von der 1721 angewandten Methode gegen Pocken war es ein sehr weiter Weg bis zu den modernen Entwicklungen der Gegenwart. Mithilfe von Impfungen ist es mittlerweile gelungen, viele Krankheiten zu besiegen, die früher unzählige Menschen dahingerafft haben.
Die Grippe ist kein Phänomen unserer Zeit. Ihre Erreger existieren bereits seit Urzeiten und führen in regelmäßigen Abständen immer wieder zu einem gehäuften Auftreten von Erkrankungen. Wie gefährlich diese Grippewellen sind, hängt immer vom weitergegebenen Virenstamm und von der körperlichen Konstitution des Einzelnen ab.

Grippe oder grippaler Infekt?

„Ich hab die Grippe,“ ist eine viel gebrauchte Aussage, die in den meisten Fällen zum Glück nicht zutrifft. Hier liegt fast immer ein grippaler Infekt vor, der zwar mit ähnlichen, aber viel schwächeren Symptomen einhergeht. Auslöser der banalen Erkältung sind, wie auch bei der Influenza, Viren – im Gegensatz zur echten Grippe steigert sich die Erkrankung jedoch langsam und wird nur selten von Fieber begleitet. Bei der echten Grippe hingegen kommt es zu einem plötzlichen und starken Einsatz der Symptome mit hohem Fieber über 38,5 Grad Celsius. Man leidet unter starken Hals- und Gliederschmerzen, ist bis zu zwei Wochen extrem geschwächt und ans Bett gefesselt. Während bakterielle Infektionen mit Antibiotika zumeist schnell in den Griff zu bekommen sind, nützen diese bei Grippe und grippalen Infekten leider nichts!
Jahr für Jahr ermittelt die Weltgesundheitsorganisation, welche Viren aktuell im Umlauf sind. Anhand dieser Informationen werden spezielle Dreifach- oder Vierfachimpfstoffe für die kommende Grippesaison entwickelt. Das größte Problem dabei ist jedoch, dass alle Viren sich stetig weiterentwickeln bzw. verändern. Somit gibt es nie eine hundertprozentige Sicherheit, wirklich alle Virenstämme abzudecken. Dennoch nützt eine Impfung in jedem Fall etwas, denn erkrankt eine geimpfte Person dennoch an Grippe, verläuft die Erkrankung ungleich milder und kürzer sowie mit weniger Komplikationen, die unter Umständen einen Spitalsaufenthalt nötig machen würden.
Bei uns in Österreich gibt es jedes Jahr Grippeimpfstoffe von unterschiedlichen Herstellern. Für Erwachsene kommen intramuskuläre Injektionen zum Einsatz. Der Impfschutz ist bereits zwei Wochen nach der Impfung gegeben.

Wer sollte sich impfen lassen?


- Menschen ab 60 Jahre, da ihr Immunsystem schwächer ist.
- Chronisch Kranke wie Diabetiker, Asthmatiker, Patienten mit Herzkrankheiten oder COPD.
- Personen mit geschwächtem Immunsystem oder solche, die regelmäßig Cortison einnehmen.
- Im Gesundheitswesen Tätige
- Menschen, die mit vielen anderen in Kontakt kommen (Lehrer, Kindergartenpädagogen, Betreuer, Militär etc.)
- Personen, die in dauerndem Kontakt mit nicht geimpften Menschen (Schwerkranke, Kleinstkinder) stehen.