13. Dezember 2019

TIERE

Igel im Winter: Wann sollte man helfen?

Der ganzjährig geschützte Igel hält in unseren Breiten von November/Dezember bis März/April seinen Winterschlaf. Nur in Ausnahmefällen ist es gestattet, verletzte, kranke oder untergewichtige Tiere aufzunehmen und über den Winter zu pflegen. Wann sollte man helfen?


Igel, die bei Eis und Schnee tagsüber herumlaufen, brauchen auf jeden Fall Hilfe. Altigel sind dann offenbar krank, ihr Gewicht spielt in diesem Fall keine Rolle. Oder es sind Jungigel, die das nötige Winterschlafgewicht noch nicht erreicht haben und nach Futter suchen. Auch verletzte Igel können in Freiheit selbständig kaum überleben. Sie leiden häufig an Verbrennungen, die beim Abbrennen von Altgras, Laub… entstehen oder an Schnittwunden, hervorgerufen durch Rasenmäher und Sensen.
Verwaiste Igelbabys sind ebenfalls hilfsbedürftig. Findet man beispielsweise noch blinde Igeljunge und zeigt sich nach mehrstündiger vorsichtiger Beobachtung das Muttertier nicht, dann dürfte es sich wirklich um verwaiste Jungtiere handeln. Allerdings: „Jungigel im Alter zwischen drei und vier Wochen verlassen oft auch untertags für kurze Zeit das Nest. Sie finden alleine wieder zurück und sind unbedingt in Ruhe zu lassen,“ sagt „Landl“-Tierarzt Dr. Peter Kollmann aus Gaspoltshofen.
Man sollte im November wirklich nur Jungigel aufnehmen, die deutlich unter 500 g wiegen. Findet man so eine Igelfamilie, ist es am besten, den gesamten Wurf mit dem Muttertier zu überwintern. Bevor man solche Jungigel aufnimmt, wäre es sinnvoller, dort, wo das Junge beobachtet wurde, mit Hunde- oder Katzenfutter aus der Dose zuzufüttern, besonders bei kaltem Wetter. Igel haben einen ausgeprägten Geruchssinn und lernen rasch. Sie finden daher ausgelegtes Futter sehr schnell und kommen dann jeden Abend.
Nimmt man einen Igel zuhause auf, sollte man ihn zuerst mit Hilfe eines Tierarztes von Endo-und Ektoparasiten befreien. Ernährung: Mageres Rindfleisch, Topfen, Hunde- und Katzenfertigfutter, süßes, weiches Obst, Äpfel nur in geringen Mengen, Insekten,Weizenkleie, rote Rüben. Hühnerfleisch nur gekocht, Eier nie roh verfüttern, keine Hühnerinnereien.
Als Schlafhäuschen eignet sich ein starker Karton mit Zeitungspapier, Heu, Stroh oder Laub und seitlichem Eingang. Die Bodentemperatur soll Tag und Nacht mindestens 18 ° C betragen, die Raumtemperatur maximal 22 °.