13. Dezember 2019

AKTUELLES

Hohe Qualität bei Brot-Direktvermarkter

Bäuerliche Bäcker wurden vergoldet

Brot ist DAS Grundnahrungsmittel. Gutes Brot ist Goldes wert – und bei den Direktvermarktern im Landl erhältlich. Das bestätigte eine Expertenjury bei der 8. Brotprämierung der OÖ-Landwirtschaftskammer. Dabei schnitten bäuerliche Bäcker aus Offenhausen, Meggenhofen und Stroheim besonders gut ab.


Das Getreide für seine Backstube baut Günther Fuchshuber selbst an. Neben Backstube und Ackerbau betreibt der 44-Jährige auch eine Rinderzucht. Das Brot verkauft er jeden Freitag ab Hof (15 bis 19 Uhr), samstags (7.30 bis 12 Uhr) in der Markthalle Wels und donnerstags in Salzburg auf der Schranne. Insgesamt gibt es in Oberösterreich 265 Brot-Direktvermarkter.

Bei der Landesbrotprämierung standen 80 Brote von 28 landwirtschaftlichen Produzenten auf dem Prüfstand. Eine elfköpfige Fachjury unter dem Vorsitz von DI Hans Kapplmüller von der Welser HTL für Lebensmitteltechnologie, Meisterschule für Müller und Bäcker, nahm die eingereichten Produkte nach 80 Einzelkriterien anonym unter die Lupe. Eine Goldprämierung erhielten ausschließlich Brote, die mindestens 98 von 100 Punkten erreichten.
Für Günther Fuchshuber (44) vom Kohlböckhof in Offenhausen gab es gleich dreimal Gold: für sein Bauernbrot aus dem Holzofen, für seinen Dinkel-Störilaib und für  sein Roggenvollkornbrot.
Am Kohlböckhof, wo auf 10 ha Brotgetreide angebaut und auch Rinderzucht betrieben wird, feiert man im Herbst das 60-Jahr-Jubiläum der hauseigenen Backstube. „1959 hat mein Vater neben Rahm erstmals Störi-Brot auf den Markt nach Wels mitgenommen,“ erzählt Günther Fuchshuber, der 1999 den Hof und die Backtradition übernommen hat. „Bei uns kommen alle Brotsorten aus dem Holzofen. Das Hauptprodukt ist noch immer Störi nach einem Rezept der Uroma aus dem Jahr 1883.“ Dieses Weizen-Weißroggenbrot wird von Fuchshuber nicht mit Anis, sondern Fenchel bestreut.
Zweimal Gold heimsten Martina und Johannes Matzeneder aus Meggenhofen für ihr Dinkel-Karottenbrot und in der Kategorie „Innovative Brote“ für ihr Baguette ein. „Dieses Baguette hat die Form einer Weizenähre,“ erklärt Martina Matzeneder (45), die seit 2002 fast täglich in der Backstube steht. Jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr ist ihr Hofladen (www.matzeneder.at) geöffnet. Die Kunden schätzen nicht nur das Matzeneder-Brot, sondern auch deren Gebäck: Mohnflesserl, Weckerl, Wachauer… Seit 1996 beliefern die Matzen­eders zahlreiche Schulen im Bezirk Grieskirchen, Wels und Wels-Land  mit gesunder (Vollkorn-)Schuljause. Roggen, Weizen, Dinkel und Sonnenblumen für Brot und Gebäck kommt von den eigenen Feldern.
Zweimal vergoldet wurde auch Tanja Moser aus Stroheim für ihr klassisches Bauernbrot und ihr Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen. Mosers Hofbackstube wurde 2013 neu gebaut. Derzeit bäckt die vierfache Mutter nur auf Vorbestellung (0699/81471153), weil sie von ihren Kinder auf Trab gehalten wird, „doch nächstes Jahr starten wir wieder durch.“ Am Moser-Hof wird auch „alles, was rund ums Haus wächst“, zu Schnaps oder Likören verarbeitet.