21. Oktober 2019

AKTUELLES

Zwei Freunde fahren eine Balkan-Rallye

Schlagloch-Rodeo durch elf Länder

Mit Nummer 324 bilden Jürgen Otteneder aus Schlüßlberg und Patrick Winter aus Krenglbach das Schlusslicht des Teilnehmerfeldes beim „Pothole Rodeo“. In acht Etappen geht es mit einem Oldtimer über 4.000 Kilometer quer durch den Balkan. Ein Urlaubsabenteuer, auf das sich das Duo unbändig freut.


Die Benzinbrüder und selbst ernannten Lehrbuam Walter Röhrls: Gelassen, aber mit großer Vorfreude sehen Jürgen Otteneder (links) und Patrick Winter dem „Schlagloch Rodeo“ auf dem Balkan entgegen.

„Benzinbrüder - Walter Röhrls Lehrbuam“ haben sich Jürgen und Patrick als Teambezeichnung einfallen lassen. Unter diesem Namen geht das Duo am 24. August in Graz mit einem Ford Mondeo Kombi 4x4, Baujahr 1995, an den Start des „Schlagloch Rodeos“. Die Rallye wird sie in acht Etappen über 4.000 km durch elf Länder führen: Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Nordmazedonien, Albanien, Kosovo, Montenegro… werden bereist. Das Ziel ist im kroatischen Zadar.
Voraussetzung für die Teilnahme an der Veranstaltung ist ein mindestens 20 Jahre altes Auto, das nicht mehr als 500 Euro gekostet hat. Kaufvertrag und aktueller Überprüfungsbericht müssen vorgelegt werden. Jürgen Otteneder fand den Ford Mondeo via Internet in Kufstein. „Das Auto hat 132 PS, es fährt aber, wie wenn es 75 PS wären,“ lacht der 39-Jährige, der mit dem Allgemeinzustand des Allradkombis sehr zufrieden ist.
Trotzdem haben die beiden Benzinbrüder derzeit noch viel zu tun. Die Ventile müssen eingestellt, der Auspuff geschweißt, die Bremsen und Stoßdämpfer erneuert sowie stärkere Federn eingebaut werden. Um für Bachdurchfahrten gerüstet zu sein, hat man für den Mondeo eine Art Schnorchel gebastelt, damit er kein Wasser ansaugt.
Für das Abenteurer-Duo ist das alles kein Problem. Jürgen Otteneder, Verfahrenstechniker bei der VTA Austria in Rottenbach, und Patrick Winter, Karosseriespengler und Lackierer, schrauben seit Jahren gemeinsam an Oldtimer-Autos herum und wissen sich zu helfen.
Die Geschwindigkeit spielt beim „Pothole Rodeo“ keine Rolle. Dafür gibt es beispielsweise Pluspunkte für etwaige Reparaturen ohne fremde Hilfe oder für die Lösung von Sonderaufgaben. Zum Beispiel sollte man in Rumänien eine alte Frau auf ein Eis einladen. Damit man die Erfüllung derartiger Aufträge dokumentiern kann, erhalten alle Rodeo-Teams vor dem Start eine Sofortbildkamera.
Ihren Kombi werden Jürgen und Patrick für die Balkan-Tour ganz schön beladen. „Neben Ersatzteilen wollen wir vor allem Campingsachen mitnehmen. Denn wir werden sicher keine Hotels buchen, sondern im Auto oder auf Campingplätzen nächtigen,“ sind sich die Freunde einig.
Ihre Vorfreude auf das Urlaubsabenteuer ist groß, wenngleich man die genaue Routenführung gar nicht kennt. Die Streckenkarte gibt es immer erst am Vortag. „Wir werden viele schöne und spannende Dinge erleben,“ ist sich Jürgen sicher.
Landschaftliche Höhepunkte werden unter anderem die Transfogarascher Hochstraße in Rumänien, die zu den schönsten Gebirgs- und Panoramastraßen der Welt zählt, die Goldene Schwarzmeerküste Bulgariens, das albanische Hinterland, die montenegrinischen Berge und die kroatischen Strände sein. Jürgen Otteneder: „In der Zielstadt Zadar wollen wir ein paar Bade­tage anhängen. Die werden wir zur Erholung brauchen.“
Auch wenn ihr Auto ein Schnäppchen war, läppern sich doch einige Kosten zusammen. Alleine das Startgeld beträgt 690 Euro, die Spritkosten werden mindestens so hoch sein. Deshalb heißen Jürgen und Patrick Sponsoren herzlich willkommen. „Auf unserem Auto ist noch genug Platz für Aufkleber,“ sagen die beiden, die sich freuen, dass sie von der VTA und der Firma Forstinger in Schlüßlberg bereits unterstützt werden. Weitere Interessenten können sich gerne über 0664/8323330 oder otteneder@hotmail.com melden.