21. Oktober 2019

TIERE

KOLUMNE von Dr. Peter Kollmann

Bei Magendrehung besteht akute Lebensgefahr


Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, www.tierarzt-kollmann.at, Tel. 07735/6943

Bei dieser seltenen und lebensbedrohlichen Erkrankung, von der vorwiegend große Hunderassen, wie beispielsweise Deutsche Dogge oder Deutscher Schäferhund betroffen werden, kommt es zu eine plötzlichen Drehung des Magens um seine eigene Achse. Dieser Vorgang wird durch eine Erschlaffung jener Bänder, an denen der Magen in der Bauchhöhle befestigt ist, begünstigt. Im Wesentlichen ist jedoch die Krankheitsentstehung von dem Füllungszustand des Magens und der Därme abhängig.

Sind die Därme leer und der Magen mäßig gefüllt, so bieten sich die erforderlichen Voraussetzungen. In diesem Zustand wirkt der Magen wie ein Pendel, das durch heftige Bewegungen, wie Sprünge oder das Wälzen des Hundes auf dem Boden, in Schwung gebracht wird und sich um sich selbst zu drehen vermag. Aus diesem Grund stellt sich eine Magendrehung in der Regel unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme und bei an schließender lebhafter Bewegung des Tieres ein.

Die überraschend und bei bisher glänzendem Wohlbefinden auftretenden Krankheitserscheinungen werden durch die Abknickung der Speiseröhre und des Zwölffingerdarmes verursacht, so dass Nahrung weder in den Magen noch in den Darm gelangen kann. Das Ergebnis sind heftige Leibschmerzen und erfolglose Brech- um Würgebewegungen. Durch die Abschnürung entwickelt sich im Magen eine erhebliche Gasansammlung, die in kurzer Zeit eine starke Austreibung des Bauches zur Folge hat. Da auch die Blutzufuhr zum Magen unterbrochen wird, ergeben sich durch die Magendrehung schwere Kreislaufstörungen, die durch die Blähungen noch verstärkt werden. Der Hund ist unruhig, sein Blick angsterfüllt, sein Gang steif und unbeholfen. Bald kommt es zu hochgradiger Atemnot und zum Kräfteverfall des Tieres, wenn nicht rechtzeitig vom Tierarzt eingegriffen wird.

Das Schicksal des Hundes ist vom raschen und entschlossenen Handeln seines Besitzers abhängig. Nur innerhalb der ersten 4 bis 6 Stunden nach dem Auftreten der Magendrehung bietet sich eine Aussicht, dass der Hund durch einen tierärztlichen Eingriff gerettet werden kann. Der Ausgang der Operation entscheidet sich meist in den folgenden 24 Stunden.  Übersteht er den Eingriff, so wird man darauf achter müssen, dass er in Zukunft nach der Fütterung weniger lebhafte Sprünge vollführt, vor allem nicht von oben nach unten, etwa auf einer Treppe. Es sollten mehrere Fütterungsmahlzeiten über den Tag geplant werden und unbedingte Ruhe nach dem Fressen ist ein Soll!!!