16. Juli 2019

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy

Hämorrhoiden


Mag. Wolfgang Rizy, Apotheke Grieskirchen, Kontakt: 07248/62661, office@rizy.at

Man unterscheidet zwei Arten von Hämorrhoiden: die inneren und die äußeren. Dabei handelt es sich um einen arteriellen Blutstau im Hämorrhoidalgeflecht. Als Hämorrhoidalgeflecht werden schwammartige Polster bezeichnet, die sich am Übergang vom Mastdarm zum Analkanal befinden. Es sorgt zusammen mit dem inneren und äußeren Afterschließmuskel dafür, dass der After sicher verschlossen ist. Da diese „Abdichtung" auch dauerhaft sein muss, ist das Hämorrhoidalgeflecht ständig prall mit Blut gefüllt.
Als Hauptursache für das Entstehen von Hämorrhoiden gilt ballaststoffarme Ernährung, die eine dauernde Darmträgheit zur Folge hat. Daneben spielen der Bewegungsmangel und die überwiegend sitzende Lebensweise eine große Rolle. Missbrauch von Abführmitteln kann ebenso zu Hämorrhoiden führen wie übermäßiges Pressen beim Stuhlgang. Auch in der Schwangerschaft können sich durch die hormonelle Umstellung Hämorrhoiden bilden, die aber meistens nach der Geburt wieder zurückgehen.
Hämorrhoiden zeigen meist folgende Symptome:
• Blutauflagen auf dem Stuhl oder Spuren von hellrotem Blut in der Unterwäsche
• Schmerzen beim Stuhlgang
• Juckreiz, Brennen oder Nässen am After oder man kann manchmal den Stuhl nicht ganz zurückhalten
Die Diagnose muss in jedem Fall durch den Arzt erfolgen.
Es gibt eine Reihe von Vorbeugemaßnahmen, die auch dann helfen, wenn man bereits Hämorrhoiden hat:
• Für weichen Stuhl sorgen! Wichtig ist, dass die Ernährung reich an Ballaststoffen ist. Besonders ballaststoffreich sind Gemüse und Vollkornprodukte. Magnesium einnehmen!
• Viel trinken! Es sollten mindestens zwei Liter am Tag sein, wenn Ihnen Ihr Arzt nicht aus anderen Gründen eine Begrenzung der Flüssigkeitszufuhr verordnet hat.
• Beim Stuhlgang  nach Möglichkeit nicht pressen. Verwenden Sie kein bedrucktes und kein Recycling-Toilettenpapier. Es könnten sonst Ekzeme entstehen.
• Bei Hämorrhoiden, die aus dem Analkanal heraustreten, aber sich dann wieder zurückziehen, ist die Haut am After oft feucht. Das ist ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze. Daher spielt die Hygiene eine wichtige Rolle. Mindestens einmal am Tag, besser möglichst nach jedem Stuhlgang, sollte der After mit lauwarmem, klarem Wasser gewaschen werden. Eine juckreizstillende Wirkung haben auch lauwarme Sitzbäder mit Kamillen, Hamamelis- oder Eichenrindenzusatz. Halten Sie die Analfalte trocken. Nicht mit Cremes oder Salben fetten.
• Bewegen Sie sich möglichst viel! Schwimmen und Wandern sind ideal. Langes Stehen oder Sitzen ist ungünstig.
• Machen Sie nach jedem Stuhlgang folgende Übung: Kneifen Sie den Schließmuskel für einige Sekunden fest zusammen. Dann für zwei Sekunden wieder lockerlassen. Jeweils 20 bis 30 mal wiederholen. Dadurch wird die Beckenbodenmuskulatur und damit der Verschlussmechanismus gestärkt.