21. Oktober 2019

AKTUELLES

Junger Bischof?

„Ich habe intakte Außenseiterchancen“, sagt Mag. Andreas Hochmeier. Der 44-jährige Pfarrer aus Wallern ist einer von drei Kandidaten für die Wahl zum neuen Bischof der Evangelischen Kirche Österreichs am 4. Mai. Hochmeier wäre der Jüngste in diesem höchsten Amt.


Einer von drei Bischofskandidaten: Mag. Andreas Hochmeier aus Wallern

Weil der evangelische Bischof Michael Bünker (65) in Pension geht, wählt am 4. Mai im Albert-Schweitzer-Haus in Wien die evangelische Synode, also das Kirchenparlament, seinen Nachfolger. 65 Frauen und Männer sind stimmberechtigt. Zur Wahl stehen neben Andreas Hochmeier der Ex-Diakonie-Direktor Michael Chalupka und der Kärntner Superintendent Manfred Sauer. Die beiden sind jeweils 59 Jahre alt.
Bei der Kür Hochmeiers wäre er der jüngste evangelische Bischof Österreichs. Für den Sieg ist mindestens eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Nach einer Vorstellung der Kandidaten können sie von Kirchenparlament befragt werden. Dann gibt es noch eine Debatte, ehe es zur Abstimmung geht. „Maximal 13 Wahlgänge sind vorgesehen,“ erklärt Hochmeier. Gibt es bis dahin kein 2/3-Ergebnis, wird vertagt und die Kandidatenliste neu erstellt.
Andreas Hochmeier ist einer von drei Stellvertretern des oberösterreichischen Superintendenten Dr. Gerold Lehner. Nachdem die Bundesregierung den Evangelischen den Karfreitag als Feiertag gestrichen hat, plädiert Hochmeier dafür, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. „Bischof Bünker wird noch im Mai eine Verfassungsklage einbringen. Nach dem Urteil wird man sehen, was noch möglich ist,“ so Hochmeier.
Der gebürtige Welser ist in St. Marienkirchen an der Polsenz aufgewachsen und hat in Wien und Heidelberg studiert. Seine Ausbildung zum Pfarrer begann er in Salzburg, 2003 kam Andreas Hochmeier als Vikar nach Wallern, wo er 2004 zum Pfarrer bestellt wurde.
Zum Einzugsbereich der evangelischen Pfarrgemeinde Wallern gehören 29 politische Gemeinden in den Bezirken Grieskirchen, Eferding und Wels-Land. Sie hat etwa 1.900 Mitglieder. In der Marktgemeinde Wallern sind rund 20 Prozent der 3.000 Einwohner evangelisch. Dieser Prozentsatz liegt deutlich über dem evangelischen Landesdurchschnitt von vier Prozent. Im Umkreis von zehn Kilometer von Wallern leben etwa 1.400 Evangelische, die ein reges Gemeinschaftsleben pflegen.
Während der Landesausstellung „Renaissance und Reformation“ im Grieskirchner Schloss Parz im Jahr 2010 waren rund 20.000 Besucher zum Themenweg „Reformation - auf dem Weg“ nach Wallern gekommen.
Wallerns Pfarrer Andreas Hochmeier arbeitet auch als Religionslehrer am Welser Gymnasium der Franziskanerinnen sowie im BORG Grieskirchen und in der HTL Grieskirchen. Vielleicht steht vor diesen Schülern schon bald ein Bischof.