21. Oktober 2019

GESUNDHEIT

KOLUMNE on Mag. Wolfgang Rizy

Gefährlicher Alkohol


Mag. Wolfgang Rizy, Apotheke Grieskirchen, Kontakt: 07248/62661, office@rizy.at

Das Bier zum Feierabend, das Gläschen Sekt zum Anstoßen, das Verdauungsschnapserl oder ein gutes Achterl Rotwein zum Abendessen – Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig und als Genussmittel akzeptiert. Doch wie viel Alkohol verträgt unser Organismus, ohne dauerhaft Schaden zu nehmen?  

Vom Genuss zur Sucht
Während rund 20 % der heimischen Bevölkerung ab 15 Jahren überhaupt keinen Alkohol zu sich nehmen, trinken ca. 1 Million Menschen regelmäßig Alkohol – und das zum Teil in einer Menge, die bereits problematisch werden kann. Männer sind dabei um einiges stärker gefährdet, in eine Abhängigkeit zu rutschen, als Frauen. Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es übrigens auch in der Wirkung des Alkohols: Bei Frauen ist nach dem Konsum derselben Menge ein etwa um ein Drittel höherer Promillewert festzustellen, der sich durch das Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse im Körper ergibt.

Wie viel ist zu viel?
Da in Getränken verschiedene Mengen Alkohol zu finden sind, wird der jeweilige Alkoholgehalt umgerechnet und in Gramm angegeben. So entsprechen 20 g zum Beispiel einem halben Liter Bier (5 Vol.-%), einem Vierterl Wein oder Sekt (10 Vol.-%) oder drei 2-cl-Schnaps (40 Vol.-%). Bis zu 24 g bei Männern und 16 g bei Frauen – das sind 0,6 l bzw. 0,4 l Bier – gelten als risikoarmer Konsum und so genannte Harmlosigkeitsgrenze. Diese sollte von gesunden Erwachsenen nicht überschritten werden, und zudem werden zwei abstinente Tage pro Woche empfohlen.
Der problematische Konsum beginnt bei der Gefährdungsgrenze von 60 bzw. 40 g reinem Alkohol pro Tag, also bei 1,5 l beziehungsweise 1 l Bier. Wer diese Grenze überschreitet, ist in Gefahr, eine Abhängigkeit zu entwickeln, wobei der Übergang fließend ist und nur schwer kontrolliert werden kann.

Langfristige Konsequenzen
Über eines sollte man sich immer im Klaren sein. Alkohol ist eigentlich ein Schadstoff, und unser Körper verrichtet Schwerarbeit, um ihn wieder abzubauen. Eine kontinuierliche Überbelastung des Organismus hat in jedem Fall Folgen. Inwieweit es zu schweren Schäden und Erkrankungen kommt, hängt zwar von Gesundheitszustand, Lebensweise und Kondition des Einzelnen ab, dass ein Missbrauch über Jahre hinweg jedoch drastisch enden kann, ist bewiesen.
Chronischer Alkoholkonsum fördert die Entstehung einer Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose und Leberkrebs, führt zu Schleimhautschäden in der Speiseröhre sowie im Magen-Darm-Trakt und begünstigt Bauchspeicheldrüsenentzündung, Diabetes, Arteriosklerose und Gicht. Ebenso auftreten können Hormon-, Sexual- und Zyklusstörungen, psychische Erkrankungen (Depressionen) sowie eine allgemeine Schwächung des Nervensystems und der Immunabwehr.