16. Dezember 2018

AKTUELLES

Helfender „Engel“ fliegt nach Nepal:

Weihnachten bei Gefängniskindern

Landlerin baut Schule für Slum-Kinder

Im hinduistischen Nepal sind Mädchen und Frauen der untersten Kasten recht- und besitzlos, Freiwild für Menschen- und Organhändler. In Brigitte Söllinger aus Meggenhofen haben sie einen helfenden Engel. In zehn Tagen bricht die 56-Jährige mit ihrem Ehemann zu ihrer vierten Hilfsmission in den Himalaya-Staat auf, wo sie als nächstes eine Schule für Slum-Kinder baut.


Unterricht in der Gefängnisschule, die von Söllinger unterstützt wird. 1.200 Euro muss die Pädagogin pro Monat aufbringen, um ihr Hilfswerk in Nepal am Laufen zu halten. Den größten Teil davon bezahlt sie von ihrem Gehalt als Pädagogin. Das Spendenkonto für Söllingers „ChildVision Nepal“: IBAN: AT97 3431 3003 0001 9315.

MMag. Brigitte Söllinger ist Pädagogin mit Leib und Seele und eine Kämpferin für Frauenrechte und gegen Unterdrückung. Ihr Fachwissen als Mitarbeiterin am Institut für Fortbildung und Schulentwicklung an der Pädagogischen Hochschule OÖ kommt ihr auch beim Hilfsprojekt „ChildVision Nepal“ zugute, das sie 2015 ins Leben gerufen hat.
„Ich bin eine One-Woman-Show,“ lacht die Meggenhofen­erin, die ihren Humor nicht verloren hat, obwohl sich die Situation für Mädchen und Frauen der untersten Schichten in Nepal seit dem großen Erdbeben 2015 weiter verschlechtert hat. Jährlich werden mehr als 20.000 Mädchen ab dem 5. Lebensjahr verkauft, der Großteil an Bordelle in Indien. Mittlerweile herrscht auch schon eine große Nachfrage nach Organen der Kinder und jungen Frauen. Sehr begehrt ist ihre Haut zur Schönheitschirurgie für reiche Damen und Herren aus Europa und Amerika. „Wir versuchen, den nepalesischen Mädchen einen ,Mehrwert’ durch Bildung zu geben in dieser patriarchalischen Gesellschaft,“ erklärt Söllinger.
Bisher unterstützt sie 750 Kinder, davon 80 % Mädchen, in einer landwirtschaftlichen Schule, wo der Schulbesuch 30 Euro im Jahr kostet. Söllingers Hauptprojekt ist derzeit eine Gefängnisschule in Birgunj an der Grenze zu Indien. Hier sind Frauen, meist wegen Armutsdelikten, inhaftiert und ihre Kinder bis zum 11. Lebensjahr gleich miteingesperrt. Danach leben die Kinder auf der Straße. Im Gefängnishof gibt es eine Schule, wo derzeit etwa 150 Kinder unterrichtet werden. Söllingers Hilfsorganisation versorgt die Gefängniskinder mit Schulutensilien und einmal täglich mit einem warmen Essen.
In Birgunj finalisiert Brigitte Söllinger bei ihrem Weihnachtsaufenthalt den Bau einer Schule mit vier Klassen zu je 25 Kindern  aus den Slums der Grenzstadt, wo sie den Menschenhändlern ausgeliefert sind. Söllinger: „Das Grundstück haben wir schon gekauft, die Lizenz für den Unterricht auch.“