16. Dezember 2018

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy

Parasiten, Teil 2: Würmer


Mag. Wolfgang Rizy, Apotheke Grieskirchen, Kontakt: 07248/62661, office@rizy.at

Würmer zählen neben den Läusen sicherlich zu den lästigsten Parasiten, jedoch können diese Tiere dem Menschen wirklich gefährlich werden. Jeder Zweite wird im Laufe des Lebens ein Mal mit einer Wurmerkrankung konfrontiert, wobei die häufigsten Infektionsquellen halbrohe Fleisch- oder Fischgerichte, Obst, fäkaliengedüngtes Gemüse, ungewaschene Waldbeeren, Pilze oder der Kontakt mit befallenen Tieren sind. So gelangen die Würmer in den Körper und besiedeln zumeist den Darm. Sehen wir uns die häufigsten Arten einmal genauer an.
Spulwürmer
Diese Spezies ist rosa-weiß, spitz und wird bis zu 40 cm lang. Sie lebt bevorzugt im Dünndarm. Ist die Wurm-Anzahl gering, gibt es oft gar keine Beschwerden, bei stärkerem Befall hingegen kommt es zu Fieber, Bauchschmerzen und Übelkeit. Die Spulwürmer können allerdings auch die Lunge besiedeln. In diesem Fall treten bronchitisähnliche Symptome auf.
Madenwürmer
Sie sind die kleinsten Vertreter unserer Aufzählung, nur einen halben Millimeter dick und 13 mm lang. Man kann die Parasiten im Kot leicht erkennen. Bis zu 10.000 Eier legt das Weibchen in den Anusfalten ab, was zu einem heftigen Juckreiz bei den Betroffenen führt. Durch das Kratzen geraten Eier unter die Fingernägel, werden beim Händewaschen möglicherweise nicht entfernt und können unter Umständen wieder in den Mund gelangen, wodurch sich der Kreislauf fortsetzt.
Bandwürmer
Diese Parasitenart stellt die gefährlichste Art dar. Typische Symptome sind Bauchschmerzen, Durchfall, Krämpfe und Gewichtsabnahme. Besonders kritisch wird es beim Hunde- oder Fuchsbandwurm. Erstgenannter kann die Lunge angreifen und zu Reizhusten sowie Atemproblemen führen. Bei einem Darmbefall findet man weiße Bandwurmstückchen im Stuhl. Der Fuchsbandwurm hingegen verursacht vielfach Erkrankungen von Leber, Lunge oder auch dem Gehirn, die sogar zum Tod führen können. Allerdings liegen zwischen Infektion und dem Ausbruch oft Jahre, was Diagnose und Therapie schwierig macht.
Diagnose und Behandlung
Zuerst einmal muss die Art des Wurmbefalls zweifelsfrei bestimmt werden. Dies kann nur durch sichtbare Würmer oder Wurmteile im Stuhl sowie durch eine Laboruntersuchung erfolgen. Anschließend erfolgt die Therapie mit speziellen Medikamenten, begleitet von besonderen Hygienemaßnahmen, um eine Weitergabe der Erreger bzw. eine Neuinfektion zu verhindern. Dazu gehören das gründliche Händewaschen und wenn möglich Desinfizieren nach jedem Toilettengang sowie das Auskochen von Handtüchern und Unterwäsche.
Tipps zur Vorbeugung
Beim Verdacht auf hygienisch nicht einwandfreie Verhältnisse, sei es bei Beschaffung oder bei Zubereitung von Nahrung, unbedingt Vorsicht walten lassen. Speziell in fernen Ländern Fleisch nur durchgegart, Obst geschält sowie Gemüse und Pilze gekocht genießen. Denn die Erreger werden durch Erhitzen auf über 60 Grad abgetötet, erst dann ist man wirklich sicher.