21. Oktober 2018

AKTUELLES

Fleischhauer Lehner aus Scharten zaubert als Betriebsverwerter für die schwierigsten Fälle Lösungen hervor

„Dass ich weiß, wie’s nicht geht, ist nicht schwer“


Alexandra und Norbert Lehner stehen mit zwei Beinen im Geschäftsleben: mit ihren Lebensmittelspezialitäten vom eigenen Hof und mit den Betriebsräumungen.

Dass er ein findiger Geist ist, bewies Norbert Lehner schon vor mehr als 20 Jahren, als er „Lehner’s Bauernleberkäse“ erfand. Damals war der geschickte Handwerker noch als Kfz-Mechaniker, Schlosser und Dreher aktiv. Da seine Eltern mit dem Ab-Hof-Verkauf von Fleisch- und Wurstprodukten begonnen hatten, kam ihm die Idee vom Spezialleberkäse. Erst danach machte er die Meisterprüfung für das Fleischergewerbe und die Gastgewerbe-Konzession.
Seitdem ist Lehners Lebensmittel-Schiene, zu der eine Bistrokette gekommen ist, eine Erfolgsgeschichte, die jährlich etwa 100 Busse mit Besuchern zum Lehner-Hof nach Scharten lockt.
Vor vier Jahren hat sich der Landwirtssohn wieder vermehrt seinen technischen Fähigkeiten zugewendet. „Ich habe aus meinem Hobby ein eigenes Geschäft gemacht,“ sagt Lehner. Dieses Geschäft firmiert unter dem Namen Lenox-Trading und konzentriert sich auf Betriebsräumungen, Demontagen und die Verwertung und Versteigerung von Anlagen und Maschinen aus allen Branchen, dazu kommt der An- und Verkauf von Regalen und Lagertechnik.
Als Betriebsverwerter erstmals in die Schlagzeilen gekommen ist Norbert Lehner im Herbst 2015, als er nach der Baumax-Pleite mit seiner Firma innerhalb kurzer Zeit zehn Baumärkte mit 150.000 m2 Fläche räumte und 450 Sattelschlepperladungen an beweglichen Gütern verwertete.
Seitdem regnet es für die Firma Lenox Aufträge aus dem In- und Ausland. „Wir haben laufend interessante Projekte am Schreibtisch,“ erzählt Norbert Lehner. „Man wächst mit der Aufgabe, und wir arbeiten sehr lösungsorientiert. Dass ich weiß, wie es nicht geht, ist ja nicht schwierig. Flexibilität ist das Um und Auf.“ Die kurzfristig greifende Lösungskompetenz wird von den Lenox-Kunden geschätzt. „Weggerissen ist ja schnell etwas, aber wir machen auch professionelle Rückbauten.“
Die Aufträge bei Lehners zweitem Wirtschaftsstandbein kommen aus ganz Österreich und diese haben ihn schon bis nach Hamburg geführt.
In Dachau wurde beispielsweise für MAN auf fünf Hektar ein Logistikzentrum abgebaut, „das zwei Jahre alt war und wo nie etwas gelagert worden ist,“ erzählt Lehner. 150 Sattelschlepper wurden damit gefüllt.
Das normale Lenox-Tagesgeschäft besteht in der Verwertung von 15 bis 25 Sattelzugladungen pro Woche. Dazu kommen die Großaufträge. Verschickt werden die verkauften Produkte in alle Herren Länder: Schweiz, Bosnien, Ukraine, Marokko…
Im Sommer hat Lehner mit seinem Team den verkauften WELAS-Park in Wels besenrein ausgeräumt. Fünf Versteigerungen waren dazu angesetzt worden. „Der Lehner hat das bravourös gemacht,“ streut Dr. Gerhard Weiß als Ex-WELAS-Eigentümer dem Tausendsassa aus Scharten Rosen. Zum Jahresende knöpft sich Lehner das ebenfalls von Weiß verkaufte TABOR-Einkaufsland in Steyr vor.
Insgesamt arbeiten in Norbert Lehners Betrieben schon mehr als 100 Mitarbeiter. Die gesamte Buchhaltung und Lohnverrechnung schaukelt Ehefrau Alexandra, die auch noch von zwei Töchtern (2 und 11 Jahre) und einem Sohn (8) auf Trab gehalten wird. „Sie leistet Großartiges,“ lobt Norbert Lehner, der sich auch auf den langjährigen Mitarbeiter Erwin Hammer verlassen kann: „Er führt die komplette Abteilung Fleischerei, Gastro  und Bistros und ist Tag und Nacht für die Firma da.“