20. November 2018

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy

Parasiten, Teil 1: Läuse


Mag. Wolfgang Rizy, Apotheke Grieskirchen, Kontakt: 07248/62661, office@rizy.at

Sie haben sich im Laufe der Evolution dazu entschlossen, die Nahrungssuche einfacher zu gestalten und leben mit bzw. von ihrem Wirt – Parasiten. Dabei können sie recht auffällig und lästig sein oder auch unbemerkt und zum Teil sogar lebensgefährlich. Zur ersten Gruppe gehören beispielsweise Läuse, welche in dieser Ausgabe näher beschrieben werden.  In der Oktober-Ausgabe von „Hallo Landl“ folgt dann die zweite Gruppe: die Würmer. Beide haben eines gemeinsam, sie fühlen sich am oder im Inneren unseres Körpers sehr wohl.
Jetzt, wo Kindergarten und Schule wieder begonnen haben und viele Menschen auf engstem Raum zusammen sind, kommt es immer wieder vor, dass Lausalarm ausgerufen wird. Ein Befall hat absolut nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern kann jeden treffen. Die gute Nachricht: In unseren Breiten übertragen Läuse keine Krankheiten und sind somit relativ harmlos.

Wie erkenne ich Läuse?
Mit freiem Auge sind Kopfläuse schwer zu sehen, da sie nur 3–4 mm groß werden und sich farblich nahezu perfekt tarnen. Was hingegen leicht zu entdecken ist, sind die Lauseier, die Nissen. Das Muttertier klebt in etwa 100 Eier knapp über der Kopfhaut an die Haare, wo sie nach neun Tagen schlüpfen. Diese neuen Kopfbewohner benötigen nun weitere neun Tage, um selbst geschlechtsreif zu werden – ein Zyklus, den es schnellstens zu unterbrechen gilt.

Lausbefall, was nun?
Das erste Anzeichen ist der Juckreiz. Dieser entsteht durch eine Substanz, die verhindert, dass das Blut beim Saugen gerinnt. Hat man die ersten Läuse oder Nissen entdeckt, heißt es, rasch zu handeln. Ein wesentlicher Bestandteil der Ersten Hilfe gegen diese Parasiten sind spezielle Lauskämme. Sie ermöglichen es, die Haare Strähne für Strähne durchzukämmen und Läuse sowie Eier mechanisch abzustreifen. Und bitte keine falsche Scham – unbedingt Schule oder Kindergarten informieren, denn hier können sich die Plagegeister epidemieartig ausbreiten.

Wirksame Mittel
Gegen Läuse gibt es unterschiedliche Präparate, die entweder chemisch oder physikalisch wirken. Dazu zählen etwa Shampoos mit Neurotoxinen, die jedoch nur für Läuse gefährlich sind. Eine giftfreie Variante sind Mittel mit speziellen Silikon-Ölen (z. B. Dimeticon) oder pflanzlichen Stoffen, wie Neemsamen. Diese und das Öl verschließen die Atemwege von Läusen und Nissen, wodurch die Parasiten absterben. Der Vorteil der physikalischen Mittel: Es gibt keine Resistenzen. Allerdings muss die Einwirkzeit beachtet und wirklich jede Stelle behandelt werden, um allen Läusen den Garaus zu machen. Empfehlenswert ist eine zweite Behandlung nach ca. acht Tagen. Hauben, Kappen oder Stofftiere am besten waschen und für 48 Stunden ins Gefrierfach legen! Kämme und Bürsten mit heißem Seifenwasser reinigen.