26. September 2018

LANDLER/IN DES MONATS

Margit Engel


Seit Februar fährt Margit Engel jeden Donnerstag nachmittags in die Volksschule Grieskirchen, wo sie schon sehnsüchtig erwartet wird. Ein siebenjähriges Mädchen mit türkischen Wurzeln begrüßt die Gallspacherin jedesmal mit einer extra angefertigten Zeichnung als Geschenk. Margit und das Mädchen sind ein Herz und eine Seele, wie Oma und Enkel. Zusammengekommen sind die beiden durch das Leseförderungsprogramm „Alpha. Meine Chance.“ des Roten Kreuzes.
„Ich habe davon in der Zeitung gelesen und war sofort begeistert. Wenn man nicht richtig lesen kann, ist man ja ein armer Hund,“ erzählt Margit Engel. Die zweifache Mutter und sechsfache Großmutter meldete sich für die zweitägige Lesecoach-Ausbildung, dann wurde ihr aus der 1. Klasse Volksschule Grieskirchen ihr Schützling zugeteilt. Engel: „Es ist ein großartiges Mädchen und sehr intelligent. Obwohl es in Österreich geboren wurde, haben die Eltern mit dem Kind nur türkisch gesprochen. Daher fehlt dem Mäderl jetzt der Wortschatz.“ An diesem Manko feilt das Duo jede Woche 1,5 Stunden lang ganz alleine in einer Volksschulklasse. „Nach einem Begrüßungsspiel machen wir die Hausaufgabe und üben das Lesen und Schreiben. Zwischendurch gibt es eine gesunde Jause, die ich mitbringe, dann darf das Mädchen an der Tafel schreiben und zeichnen, was ihm besonders Spaß macht. Zum Schluss schreibe ich fehlerhafte Sätze auf, und sie korrigiert mich,“ gibt Engel, die seit sieben Jahren auch im Grieskirchner Sozialmarkt ehrenamtlich mithilft, Einblick in ihren Privatunterricht, der fallweise auch in der Stadtbibliothek stattfindet.
Wie Engel arbeiten auch Karin Cirtek, Theresia Falzberger, Elisabeth Guserl, Brigitte Leeb und Hildegard Schaur in Grieskirchen als Lesecoaches „und leisten hervorragende Arbeit,“ so Nina Ecker vom Roten Kreuz. Sie sucht weitere Damen und Herren aus dem Raum Grieskirchen und Gallspach als Lesecoaches. Interessenten können sich unter 07248/62243-12 melden.
Für Margit Engel kommen nun zwei ungewohnte Monate. In den Ferien entfallen die privaten Lesestunden. „Sie wird mir abgehen,“ sagt die ehemalige Welser Reisebürochefin. Ihr Schützling denkt sicher auch so.