16. August 2018

AKTUELLES

Sonderschau im Heimatmuseum Haag:

Mobiliare Schätze der Bauernmalerei

Das wird ein Augenschmaus! Das Heimatmuseum Schloss Starhemberg in Haag zeigt in einer Sonderausstellung die schönsten Bauernmöbel aus dem Hausruckviertel. Die Prachtstücke stammen aus Privatbesitz und wurden noch nie öffentlich gezeigt.


Kurator Reinhold Hackl (50) mit einem Bauernkasten von Urban Huemer (1728 - 1790), den religiöse Motive zieren.

Im Hausruckviertel lebten im 18. und 19. Jahrhundert, ähnlich wie in Tirol, die wahren Meister der Bauernmalerei, die sich aus der Zimmermannsmalerei entwickelt hat. Urban Huemer in Offenhausen, Michael Glück in Ottnang oder Matthias Huebmer in Edt bei Lambach waren beispielsweise solche Großmeister der Bauernmalerei, die heute weitgehend unbekannt sind. Die von diesen Künstlern bunt bemalten Möbel werden normalerweise „von ihren Besitzern gehütet wie ihr Augapfel“, weiß Reinhold Hackl, der als Mitglied der neuen Museumsführung die Sonderausstellung „Kunst oder Handwerk? Bauernmöbel aus dem Hausruckviertel“ zusammengestellt hat. Kurator Reinhold Hackl interessiert sich seit 22 Jahren für Bauernmöbeln, sammelt sie privat und betreibt seit vier Jahren einen Antiquitätenhandel. Seinen Kontakten ist es zu verdanken, dass die mobiliaren Goldschätze aus dem ganzen Hausruckviertel erstmals in so geballter Form zur Schau gestellt werden können. „In dieser Zusammenstellung wird man das später nie mehr sehen,“ ist Hackl überzeugt. Etwa 20 private Leihgaben aus Waizenkirchen, Peuerbach, Neukirchen am Walde, Haag, Gunskirchen, Vöcklabruck… zeigt das Haager Heimatmuseum: Kästen, Truhen, Wandkästen und als Sonderstück ein Kastenbett, das ursprünglich in Haag gestanden ist, dann verschiedene Besitzer im ganzen Land hatte, und nun einer Familie in Ottnang gehört. Neben den Bauernmöbeln präsentiert die Sonderschau auch kuriose Stücke religiöser Volkskunst. „Da sind ganz skurrile Dinge dabei“, erzählt Reinhold Hackl. Neben Votivbildern sind unter anderem ein Rosenkranz aus den Wirbeln einer Natter und ein Trudenmesser zur Abwehr böser Geister zu sehen. Eröffnet wird die Sonderschau am 5. Mai ab 14 Uhr mit einem Museumsfest im Schloss Starhemberg. Geöffnet ist sie dann bis 26. Oktober jeweils sonn- und feiertags von 14 bis 16 Uhr. Der Eintritt beträgt 4 Euro.