21. September 2017

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy

Alte Heilmittel neu entdeckt


Mag. Wolfgang Rizy, Apotheke Grieskirchen, Kontakt: 07248/62661, office@rizy.at

Die Geschichte der natürlichen Heilmittel ist so alt wie die Menschheit selbst. Viele schon fast vergessene Pflanzen werden heutzutage praktisch wiederentdeckt, und das oft mit unglaublichem Erfolg. Denn was unseren Ahnen vor 1.000 Jahren geholfen hat, wirkt selbstverständlich auch in unserer Zeit.
Zwei wie Himmel und Hölle: Weihrauch und Teufelskralle
Diese beiden recht unterschiedlichen Pflanzen verbindet nicht nur die namentliche Herkunft, sondern vor allem ihre Wirkung. Sie sind von jeher für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt und eignen sich hervorragend für die natürliche Behandlung von entzündlichen Gelenkserkrankungen.
Die Teufelskralle
Ihren bedrohlichen Namen hat diese Pflanze durch ihre besondere Anhänglichkeit erhalten. Dank kleiner Haken an den Früchten haftet die Teufelskralle praktisch an allem, was sie berührt. So wird sie in ihren Heimatgebieten wie der Kalahari, Botswana oder Namibia zum Beispiel durch Tiere weitergetragen und verbreitet. Von medizinischer Bedeutung sind jedoch nicht die Krallen oder Früchte, sondern vielmehr die weit verzweigten, unterirdischen Wurzeln, die auch als spezieller Wasserspeicher fungieren. Nach der Trocknung und Zerkleinerung werden daraus durch wässrige oder alkoholische Auszüge schließlich die heilenden Wirkstoffe gewonnen.
Zur Anwendung kommt die Teufelskralle besonders bei Rheuma und Arthrose, wobei sie die Schmerzen lindert, abschwellend wirkt und für eine Hemmung der Entzündungsprozesse sorgt. Übrigens nicht nur beim Menschen – auch in der Tierheilkunde wird die Teufelskralle bei chronischen Arthrose-Erkrankungen erfolgreich eingesetzt. Die mit lateinischem Namen Harpagophytum procumbens genannte Pflanze gibt es als Tabletten, Kapseln, Tee, Tropfen oder homöopathische Globuli in Ihrer Rat & Tat Apotheke.
Der Weihrauch
Als fester Bestandteil der christlichen Liturgie ist das Harz des Weihrauchbaumes unverzichtbar. Seine kultische Bedeutung reicht aber viel weiter zurück. So wurde Weihrauch bereits bei den alten Ägyptern zur Mumifizierung eingesetzt und auch im indischen Ayurveda ist er seit Jahrtausenden bekannt. So erklärt sich auch die Bedeutung als kostbares Handelsgut, das der sogenannten Weihrauchstraße ihren Namen gab. Bereits Hippokrates empfahl den Weihrauch zur Wundreinigung, gegen Atemwegserkrankungen bzw. Verdauungsprobleme, und Hildegard von Bingen vertraute ebenso seiner heilenden Wirkung.
Der Name stammt übrigens aus dem Althochdeutschen, wobei wihrouch so viel wie „heiliges Räucherwerk“ bedeutet.
Seine besondere Heilkraft entfaltet das getrocknete Harz vor allem in Ölen, Pflastern oder Pulvern, die sich hervorragend zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, Asthma, Bronchitis, Darm- und Hauterkrankungen, Unterstützung der Wundheilung sowie zur Reduzierung von Narbenbildungen eignen. Daneben gibt es auch das ätherische Weihrauchöl, das durch Destillation gewonnen wird und je nach Herkunft frisch und harzig (indisch) oder süß und voll (arabisch) duftet. Es wirkt luftreinigend und hilft bei Husten und Bronchitis.